Mal oberster Affe auf dem Felsen sein

Moers.. „Frauen sind ja so romantisch und lieben schnulzige Kinofilme. Ich sag denen dann immer: ‚Willst Du Keinohrhasen sehen, musst Du mal den Rasen mähen’“, scherzte der Wortakrobat Michael Schönen in der Scherpenberger Kult- und Szenekneipe „Dschungel“.

Zum vierten und letzten Mal in diesem Jahr stieg dort – von der NRZ präsentiert – Ennis Offene Bühne. Und wieder war die Vorstellung ausverkauft.

Für ordentlichen Radau sorgten Werner Büscher (50) und Thomas Soelle (43) aus Moers. Auf ihren E-Gitarren heizten sie dem Publikum solange mit Heavy-Metal-Musik ein, bis dieses am Ende gar noch eine Zugabe forderte.

Traditionell suchte sich Moderator Olaf Overbiss seinen „Praktikanten“ aus dem Publikum aus und diesmal traf es Kai. Der schaffte es sogar, den Moderator für einen Augenblick glatt sprachlos zu machen: Als der freche Overbiss ihn aufforderte, er solle doch mal aus der Küche ein Messer besorgen, um den mitgebrachten Christstollen an das Publikum zu verteilen, zog Kai prompt grinsend ein Schweizermesser aus der Tasche. Und das Publikum johlte.

„Der Mann als Witzfigur“ war das Motto der beiden Ladykracher Andrea Volk und Nina Knecht aus Köln. „Wenn die beiden in Fahrt kommen, dann gehen Männer am besten aus dem Weg“, warnte Moderator Overbiss. Und Knecht hatte dann auch gleich das Patentrezept „vom Singel zum Unsingel“ für ihre Bühnenkollegin parat: „Du musst ’nem Mann auch ma wat Nettes sagen, den einlullen und ‚fröhlichen’. So’n Mann will auch mal der oberste Affe auf’m Felsen sein. Sonst hau’n Dir die Tagesabschnittsgefährten gleich wieder ab“, wusste die Kabarettistin.

Ordentlich
Radau gemacht

Auch über einen Moers-Song durften sich die Gäste endlich freuen. Moderator Olaf Overbiss hatte sich das persönliche Lied für die Stadt seit der ersten Offenen Bühne für die Show gewünscht. Beim Refrain „Komm nach Moers, wo alle Menschen fröhlich sind“ schunkelte das Publikum untergehakt im Walzer-Takt. Geschrieben und vorgetragen hatte den Moers-Song der 72-jährige Fred Sander aus Moers. „Wenn ich so eine Idee habe, dann geht das ganz schnell. Für Text und Melodie habe ich nur eine halbe Stunde gebraucht. Nur schade, dass meine Frau meine Musik nicht mag“, sagte der begeisterte Hobby-Komponist, der schon seit 1963 eigene Lieder schreibt.

„Bei uns gibt es alles von laut bis leise, von nachdenklich bis skurril oder ausgelassen. Das ist es, was das Publikum hier in Moers so liebt“, zog Moderator Roland Donner, alias Olaf Overbiss, Bilanz. „Schade, dass die Offene Bühne im nächsten Jahr pausiert. Olaf Overbiss macht eine kleine kreative Schaffenspause, doch es geht definitiv weiter. Wir bereiten da etwas vor“, verriet der Moderator. Das Publikum wird es sicher freuen.

 
 

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