Leckeres Essen – und ein bisschen Zuwendung

Auch am Standort Marktplatz in der Altsiedlung ist der Tafelbus von „Klartext für Kinder“ begehrt.
Auch am Standort Marktplatz in der Altsiedlung ist der Tafelbus von „Klartext für Kinder“ begehrt.
Foto: Christoph Karl Banski

Kamp-Lintfort..  Fast jedes Restaurant hat seine Stammgäste. Das gilt auch für die Restaurants der besonderen Art – zum Beispiel die, in denen man für das Essen nichts zu bezahlen braucht.

Dieses Nicht-Bezahlen-Müssen ist im Tafelbus des Vereins „Klartext für Kinder – Aktiv gegen Kinderarmut“ Prinzip. Klartext ist ein spezielles Modell sozialer Patenschaften, das die jüngsten Mitglieder unserer Gesellschaft, denen oft das Nötigste fehlt, unterstützt. Und der Tafelbus ist ein Baustein der Unterstützung.

Deswegen gibt es im Bus leckeres Essen – kostenlos. Kinder zwischen drei und 18 Jahren, die Hunger haben, sind dort gern gesehene Gäste. Nach Bedürftigkeit wird nicht gefragt. Wer kommt, bekommt etwas auf den Teller. Salat und Dessert gehören ebenso dazu wie Wasser oder Apfelsaft. Und wem eine Portion nicht reicht, der erhält auch Nachschlag.

Seit Juli 2013 hat der Tafelbus in Kamp-Lintfort nach der Sudermannstraße auch einen zweiten Standort. Jeden Freitag steht er am Marktplatz in der Altsiedlung an der Ebertstraße. „Wir haben zuerst um 12 Uhr angefangen, aber da die meisten Kinder erst um 13 Uhr schulfrei bekommen, geht es jetzt eben eine Stunde später los“, erzählt Erika Doersch, die an diesem Freitag gemeinsam mit Uschi Becker und Gerhard Kleefeld zum Team des Tafelbusses gehört.

Putengeschnetzeltes mit Soße, Nudeln, Bratkartoffeln, gemischter Salat und eine Quarkspeise: Das stand auf dem Speiseplan. Bei den Kindern, bis zu 20 kommen üblicherweise, traf das den Geschmack. „Lecker“, war das übereinstimmende Urteil.“ Für Kinder, die nicht jede Sorte von Fleisch essen, ist auch gesorgt: „Für uns wird ohne Schweinefleisch gekocht“, so Doersch. „Ein bisschen Esskultur gehört auch dazu: Vorher werden die Hände gewaschen.“

Aber die Nahrung ist es nicht alleine, die die Besucher im Tafelbus erhalten. Ein bisschen Zuwendung gehört mit zum Programm. „Die Kinder sprechen mit uns über ihre Nöte und Sorgen in der Schule, ob sie geschubst oder gemobbt worden sind“, beschreibt Becker den seelsorgerischen Teil der ehrenamtlichen Tätigkeit.

Bekannt gemacht wurde das neue Angebot durch Besuche der Ehrenamtler in Schulen oder Kindergärten. Aber Mund-zu-Mund-Propaganda gibt es auch. Freunde werden einfach mitgebracht.

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