Lebenslänglich für heimtückischen Mord an Musiker Dieter Kahlen

Im Oktober wurde der 55-jährige Dieter Kahlen erstochen in seiner Wohnung in Neukirchen-Vluyn gefunden. Die Angeklagten, die sich gegenseitig beschuldigt hatten, wurden am Donnerstag wegen gemeinschaftlichen Mordes und besonders schweren Raubes mit Todesfolge zu langen Haftstrafen verurteilt.

Neukirchen-Vluyn/Moers. Das Urteil im Prozess um den Neukirchen-Vluyner Musiker Dieter Kahlen nahmen die Angeklagten Sebastian und Emeric K. vergleichsweise gefasst auf, so als hätten sie nichts anderes erwartetet. Die Freunde des Ermordeten hingegen lagen sich später vor dem Gerichtssaal in den Armen, weinten, hockten teils erschüttert am Boden, ganz so, als hätten sie eben erst von dessen Tod erfahren.

„Schuldig des gemeinschaftlichen Mordes und des gemeinschaftlichen besonders schweren Raubes mit Todesfolge“ – dieses Urteil nahmen die Vertreter des Staatsanwaltschaft, Nicole Rulik und Stefan Müller, mit Erleichterung auf. Bei der Strafzumessung folgte die Auswärtige Große Strafkammer des Landgerichts Kleve ihren Anträgen: lebenslänglich für Sebastian K., zwölf Jahre für Emeric K., der zur Tatzeit im Oktober letzten Jahres noch keine 21 Jahre alt war. Die Verteidiger hatten jeweils einen Freispruch gefordert.

Erdrückende Beweise gegen die Verurteilten

Drei Mordmerkmale, so der Vorsitzende Richter Johannes Huismann, seien erfüllt: Die beiden Rumänen töteten ihr 55-jähriges Opfer heimtückisch, aus Habgier und zur Verdeckung eines Raubes. Dass die jungen Männer gemeinschaftlich den Entschluss fassten, den Mazda, die Kreditkarten und anderes an sich zu bringen und für diese Beute zu töten, davon war die Strafkammer überzeugt.

„Ich habe die Tat nicht begangen. Ich will nicht bestraft werden für das, was ich nicht getan habe.“ Dies waren die letzten Worte des Sebastian K. vor der Urteilsverkündung. Emeric K. hatte zumindest gestanden, dass man geplant habe, Dieter Kahlen zu töten. Richter Johannes Huismann zählte auf, was zur Verurteilung führte. Die Aussagen der beiden Angeklagten offenbarten Täterwissen, und was Sebastian K. angeht: Er war am Tag vor der Tat die maßgebliche Person, er fuhr den Mazda, er zahlte an der Tankstelle mit der Kreditkarte des Ermordeten, er organisierte die Verwertung der Beute, er verteilte den Erlös. Dass Sebastian K. von dem Mord, begangen durch seinen Kumpanen, überrascht worden sei, glaubte ihm niemand.

 
 

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