Lage der Bauern angespannt wie nie

Reiner Becker.
Gastgeber Michael Darda (Bildmitte) der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung. Foto: Bernd Obermann / FUNKE Foto Services
Gastgeber Michael Darda (Bildmitte) der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung. Foto: Bernd Obermann / FUNKE Foto Services
Foto: Bernd Obermann
  • Ernährung und Landwirtschaft waren Themen beim Politischen Frühstück der CDU-Mittelstandvereinigung
  • Bundestagsabgeordnete Gitta Connemann kam als prominente Referentin
  • Sie sagt: Beim Tierschutz und bei naturbelassnen Lebensmitteln klaffen beim Verbraucher Anspruch und Wirklichkeit auseinander

Neukirchen-Vluyn.  „Ernährung und Landwirtschaft im Spannungsfeld zwischen Angebot, Verbraucheranspruch und Politik.“ Dieses Thema stand im Mittelpunkt des 15. Politischen Frühstücks der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der CDU (MIT), das am Sonntag wieder rund 140 Besucher in den Sport- und Freizeitpark Klingerhuf lockte und eine prominente Referentin präsentierte.

„Die Landwirtschaft ist ein Bereich, der auch am Niederrhein immer noch eine wichtige Rolle spielt. Ein Wirtschaftszweig, der zurzeit mit zahlreichen Problemen zu kämpfen hat, sich dabei aber zunehmend allein gelassen fühlt“, begründete MIT-Vorsitzender Michael Darda die Wahl des Themas. So sähen sich die Landwirte mit einer Flut von praxisfremden Gesetzen und Verordnungen und einer überbordenden Bürokratie konfrontiert, die ihre Existenz bedrohe. Beispiele seien etwa das neue Naturschutzgesetz, die Arbeitszeitordnung, die Düngemittelverordnung und das alles verbunden mit zahlreichen Aufzeichnungs- und Nachweispflichten, so Darda.

„Die wirtschaftliche Situation vieler landwirtschaftlicher Betriebe ist so angespannt wie nie zuvor“, bestätigte auch Gitta Connemann, stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion und Hauptrednerin der Veranstaltung. Obwohl die Landwirtschaft mit allen vor- und nachgelagerten Bereichen zu den größten Wirtschaftszweigen in Deutschland gehöre und eine gesunde Ernährung ganz oben in der Prioritätenliste der Bevölkerung stehe, würden die Landwirte zunehmend an den Rand der Gesellschaft gedrängt: „Bauern werden in der Öffentlichkeit als Tierquäler und Zerstörer der Umwelt an den Pranger gestellt, in ihre Betriebe wird eingebrochen, doch ohne ihre Arbeit müssten wir alle hungern“, sagte Connemann.

Anspruch und Wirklichkeit

Dabei klafften auch beim Verbraucher Anspruch und Wirklichkeit weit auseinander: „Jeder ist für artgerechte Tierhaltung und naturbelassenen Nahrungsmittel, doch keiner will den Preis dafür bezahlen“, sagte die Bundespolitikerin.

Abhilfe soll nun, zumindest teilweise, ein von CDU/CSU initiierter „Pakt für die Landwirtschaft“ mit Kreditbürgschaften, Liquiditätshilfen und Steuererleichterungen schaffen. „Allerdings müssen auch die Landwirte mit Flexibilität, Transparenz und Anpassungsbereitschaft ihren Teil dazu beitragen“, mahnte CDU-Politikerin Connemann.

„Uns ging es heute hauptsächlich darum, den Mandatsträgern in Bund, Land und Kommunen die Probleme der Bauern zu verdeutlichen und ihnen Anregungen für ihre politische Arbeit zu geben“, erklärte Michael Darda. Doch die eigentlichen Adressaten, maßgebliche Politiker von SPD und Grünen, waren leider nicht da.