Kulturzentrum statt Zeche

Für Kamp-Lintfort gibt es schon einen Güter-Bahnanschluss..
Für Kamp-Lintfort gibt es schon einen Güter-Bahnanschluss..
Foto: NRZ
Die Grünen sehen die Chance, eine jahrzehntealte Idee zu verwirklichen.

Kamp-Lintfort.. „Wir möchten schon seit bestimmt 15 Jahren ein Kulturzentrum in Kamp-Lintfort haben“, blickt Johannes Tuschen, Fraktionssprecher der Grünen, ein wenig zurück in die politische Geschichte. Jetzt, mit dem nahenden Ende der Zeche, sieht die Partei die Chance auf Verwirklichung ihrer Idee.

Dort könnte, so skizziert Tuschen die Vorstellung der Grünen, eine „Zusammenballung verschiedener, bereits bestehender Institutionen ihren Standort finden. Jetzt wird das sogar, zusammen mit der Hochschule direkt nebenan, noch interessanter“.

Im Blick haben die Grünen dabei die Stadtbücherei, die Volkshochschule, ein Café und ein Kino. „Das Kino soll nichts Professionelles werden, das könnten wir als Stadt uns gar nicht leisten, sondern etwas Ehrenamtliches, getragen von Freiwilligen“, so Tuschen. Insbesondere bei der Stadtbücherei sei eine Finanzierung durchaus möglich. Am jetzigen Standort gegenüber vom Rathaus gibt es Probleme mit dem Vermieter.“ Gezahlt werden müssten jedes Jahr 100 000 Euro, Mietverträge würden immer nur über ein Jahr abgeschlossen. „Da könnte man jederzeit aussteigen. Wenn man das Geld nimmt und über 20 oder 30 Jahre etwas finanziert, dann kann man die Stadtbücherei auch woanders haben, dann rechnet sich das.“

Bei der VHS sehen die Grünen „große Raumprobleme. Die alten Container hinter der Niederrheinschule sind keinem zumutbar“, kritisiert Tuschen. „Die Besucher fühlen sich unwohl, die Nutzerzahlen sind rückläufig.“ Den Sinn und Zweck der Zusammenballung an einem Ort sieht Parteisprecher Jürgen Bachmann so: „Wir wollen eine Art Bildungsmeile schaffen.“ Die Lohnhalle könnte, auch wenn sie sich nicht zwingend für Konzerte eignet, ein Mittelpunkt, ein Treffpunkt werden, für Ausstellungen, Kleinkunst und Lesungen dienen.

Weitere Ideen der Grünen für die Zeit nach der Kohle: den Güterbahnanschluss erhalten und für den Personenverkehr ausbauen, eine Ost-West-Verbindung über das Zechengelände für Fußgänger und Radfahrer, die Zechenmauer höchstens in Teilen erhalten, Verzicht auf den Bestand der Gebäude in zweiter Reihe – und einen Förderturm nur dann belassen, wenn ihn jemand kauft und dann saniert. Tuschen: „In Rossenray bleibt ja schon ein Förderturm stehen!“

 
 

EURE FAVORITEN

Deshalb gibt es den Aldi-Äquator

Deshalb gibt es den Aldi-Äquator

Beschreibung anzeigen