Kreativer Moerser Eisenbieger macht Schluss

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Siegfried Weirauch fertigt Dekoratives für Haus und Garten an. Jetzt hört er auf und lädt zum Ausverkauf.

Moers..  Als Siegfried Weirauch (77) vor rund 20 Jahren mit seiner Frau Hannelore im Laden stand und den Kerzenleuchter für 285 D-Mark sah, hätte er sich nicht träumen lassen, dass so etwas ‘mal sein Hobby würde. „Meine Frau sagte: Schön. Aber das können wir uns nicht leisten“, berichtet der Hülsdonker. „Und ich hab’ gesagt, ich sähe nicht ein, für sechs Millimeter Rundeisen so viel Geld zu zahlen.“

Frauen denken bekanntlich praktisch: „Als gelernter Autoschlosser kannst Du doch schweißen. Da könntest Du doch so ‘was selbst zusammenbauen“, folgerte die Gattin. Monatelang hielt sich Siegfried Weirauch bedeckt. „Als meine Frau aber keine Ruhe gab, bin ich in die Werkstatt und hab angefangen.“ Der besagte Kerzenleuchter aus Eisen entstand.

Es kamen die Freundinnen der Frau, die auch Kerzenleuchter wollten. „Dann ging’s weiter, viele Ideen kamen dazu. Und manches hab ich mir auch abgeguckt.“ Bis heute fertigte Siegfried Weirauch zahllose große und kleine Rankhilfen in allen möglichen Versionen, Tische, Bänke und Stühle für drinnen und draußen, Regale, Spiegelrahmen, Kerzen- und Blumentopfhalter und sogar Deckenfluter fürs Wohnzimmer. Der Renner sind jedoch ein Halter für eine Flasche und zwei Gläser, den man in den Rasen stecken kann sowie der Halter für den Sektkühler, an dem auch gleich sechs Gläser ihren Halt finden. Die Technik: Der Bastler biegt das Rundeisen im Schraubstock kalt in die gewünschte Form. Geschweißt werden nur die Verbindungen. Auf so manchem Handwerkermarkt war Siegfried Weirauch mit seinen Handarbeiten vertreten. Damit alles seine Ordnung hatte, meldete er das Reisegewerbe an. „Aber Reichtümer kann man damit nicht anhäufen. Es ist halt ein schönes Hobby, bei dem man auch nette Leute kennenlernt“, erklärt er. Manches Jahr sei er froh gewesen, ohne ein Minus durchgekommen zu sein.

Unterstützung

Unterstützung findet der Bastler bis heute bei seiner Frau. „Auf diese Weise hatte mein Mann immer Beschäftigung. Und ich habe auch keine Langeweile, ich arbeite ja noch“, sagt Hannelore Weirauch.

Doch jetzt ist Schluss mit der „Stahl-Produktion“. Siegfried Weirauch setzt sich zur Ruhe und verkauft das ab, was noch in Garten und Werkstatt lagert. „Ich habe jetzt mein Alter. Da baue ich nichts Größeres mehr“, bekundet er.

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