Kinder kicken mit Profis und Sam

Maskottchen Sam versucht sich beim Fußball-Camp als Torwart
Maskottchen Sam versucht sich beim Fußball-Camp als Torwart
Foto: WAZ FotoPool

Kamp-Lintfort..  Sam knuddelt, Sam posiert fürs Foto und Sam hält Torschüsse – aber nur wenige. Denn das persönliche Erfolgserlebnis der jungen Kicker steht beim 3. Fußballcamp des Vereins „Klartext für Kinder - Aktiv gegen Kinderarmut!“ in Kamp-Lintfort im Vordergrund. Und einmal, kurz nach dem Mittagessen, kommt eben auch Sam, das Maskottchen der Volksbank Niederrhein, auf die Platzanlage des TuS Fichte Lintfort. Die 28 Kinder sind aber ohnehin mit großer Begeisterung bei der Sache. „Zuhause spiele ich mit meinem älteren Bruder und hier hab ich auch schon mehrere Tore geschossen“, sagt Darleen stolz. Die Elfjährige ist eins von drei Mädchen und kann mit den Jungs voll und ganz mithalten. „Es ist anstrengend, aber nicht zu anstrengend“, findet sie.

Mit Muskelkater auf den Platz

Mit Muskelkater schleppt sich auch Danny am zweiten Tag des Camps auf den Platz. Die erlernten Tricks auszuprobieren ist ihm jedoch wichtiger als der Müßiggang. „Das Trainieren von Slalom und Dribbeln find ich ganz toll“. Sein Team-Kollege Jens stimmt ihm zu: „Mir gefällt hier einfach alles“, meint der 14-Jährige und fügt grinsend hinzu: „Es gibt nichts worüber ich klagen kann“. Vier Stunden trainieren die jungen Kicker von Montag bis Mittwoch. Zwischendurch gibt es ein warmes Mittagessen von Wirtin Anna Rigani.

Heute: Spaghetti Bolognese. Die schlingen die Kids jedoch in einem Heidentempo herunter. „Nach zehn Minuten stehen die schon wieder auf dem Platz“, berichtet der ehemalige Fußballprofi Stefan Emmerling, der die Schüler drei Tage lang mit seinem Kollegen Steffen Ritter trainiert. „Wir machen alles nur mit Ball“, sagt er. Schließlich stehe der Spaß im Vordergrund. „Es geht darum Erfolgserlebnisse zu sammeln“, meint der Trainer und freut sich, dass es überhaupt keine Reibereien gibt.

Auch Aufgeben gibt es im Camp nicht. Alle jungen Sportler sind volle drei Tage mit hoher Konzentration am Ball. Ein Vater berichtet, dass sein Sohn den ganzen Abend vom Camp geschwärmt habe. Obwohl die Kinder mit großem Spaß am Ball sind, müssen die beiden Trainer auch Problemfälle motivieren und Ordnung in die große Gruppe bringen.

„Fußball besteht aus Regeln und die gibt es bei uns auch“, sagt Ritter. Ganz besonders wichtig sei es dem Trainergespann jedoch, auf die Wünsche der Kinder einzugehen.

Veranstaltet wird das Camp durch den Klartext für Kinder-Verein in Kooperation und dem Jugendamt Kamp-Lintfort. „Wir freuen uns, die Kinder unterstützen zu können und zu sehen, wie sie hier mit Feuereifer am Ball sind“, meint Guido Lohmann, Vorstandsvorsitzender der Volksbank Niederrhein, der ebenfalls das Camp unterstützt und natürlich auch beim Training vorbeischaut.

Das Warten fällt schwer

Nach der Mittagspause geht es weiter mit Torschuss-Übungen. Das Warten in einer Reihe fällt den kleinen Sportskanonen schwer, aber der Trainer gibt klare Anweisungen. „Ich war vorher beim Fußball spielen sehr eigensinnig, aber der Trainer hat mir gesagt, dass ich viel mehr erreichen kann, wenn ich abspiele“, berichtet der neunjährige Julien über seine Erfahrungen, die er aus dem Camp mitgenommen hat.

Den Abschluss des Trainingsprogramms bildet das Fußballspiel zwischen den Kindern und ihren Eltern. Hier können die jungen Kicker noch einmal zeigen, was sie in den letzten drei Tagen gelernt haben. „Die Kinder lieben es gegeneinander zu spielen“, so Emmerling. Bei dem Match gegen ihre Eltern laufen sie natürlich noch einmal zu ihrer Höchstform auf und am Ende gibt es viele zufriedene, wenn auch erschöpfte Gesicher zu sehen.

Und Klartext-Geschäftsführer Michael Passon ist ebenfalls zufrieden. „Es waren wie immer tolle drei Tage, für die sich so viele Menschen ganz selbstverständlich eingebracht haben. Wir kommen gern wieder.“ Als nächstes Projekt steht bei Klartext allerdings ein Camp im Sommer an. In Moers.

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