Keineswegs altes Eisen

Am Sonntag feierte der Verein für Innere Mission Vluyn sein 120-jähriges Bestehen. Von links Vorsitzender Rolf Müller, Bürgermeister Harald Lenßen, Bert Konijnenberg (Schatzmeister) und Martin Simon (Pastor und Schriftwart).
Am Sonntag feierte der Verein für Innere Mission Vluyn sein 120-jähriges Bestehen. Von links Vorsitzender Rolf Müller, Bürgermeister Harald Lenßen, Bert Konijnenberg (Schatzmeister) und Martin Simon (Pastor und Schriftwart).
Foto: WAZ FotoPool

Neukirchen-Vluyn..  „Es sind die individuellen Geschichten der Heimbewohner und die damit verbundene Lebendigkeit, die meine Arbeit in der Altenheimat Vluyn so besonders macht.“, sagt der Leiter der Einrichtung Axel Loobes. Wie zum Beispiel die von zwei Frauen, die dort leben und die bald alleine mit dem Bus einen Urlaub in Italien machen wollen.

Dass die Senioren keinesfalls zum alten Eisen gehören, sondern wirklich lebendig und fröhlich sind, bewiesen sie am Sonntag, als das 120-jährige Bestehen des Vereins für Innere Mission Vluyn in der Altenheimat gefeiert wurde. Die Jubiläumsfeier begann mit einem liebevoll gestalteten Gottesdienst von Superintendant Ferdinand Isigkeit in der nahe gelegen Kirche.

Gemeinsam kehrten die Senioren zusammen mit ihren Angehörigen danach in die Altenheimat zurück, wo sie mit Sekt und Orangensaft begrüßt wurden und interessiert den Reden lauschten, die unteranderem auch von dem Bürgermeister Harald Lenßen gehalten wurden. Er betonte, wie wichtig es sei, dass es solche sozialen Einrichtungen gäbe, und bedankte sich bei den Menschen, die diese führten und dabei helfen: „Denn sie sind es, die die Kälte in unserer Gesellschaft wärmer machen.“

Nach den Reden gab es zunächst Mittagessen sowie später Kaffee und Kuchen und ein musikalisches Programm aus Kaffeehaus-Musik von Peter Häußler, der sich ebenfalls seit Jahren ehrenamtlich engagiert.

Der Verein für Innere Mission Vluyn wurde vor 120 Jahren von 17 Frauen gegründet, um alleinerziehenden Müttern Schutz und ein Heim zu bieten. Während des ersten Weltkrieges bekam das so genannte Versorgungshaus jedoch eine andere Aufgabe, denn inzwischen beheimatete es bis zu hundert Kinder und wurde deshalb 1963 in die „Kinderheimat“ umbenannt.

Doch trotz vieler Umbauten konnte die Kinderheimat die neuen baulichen Anforderungen der Jugendhilfe letztlich nicht erfüllen, weshalb sie schließlich als Altenheimat weitergeführt wurde. Durch einen modernen Neubau und die Hilfe vieler engagierter Helfer kann die Einrichtung heute die üblichen Möglichkeiten einer modernen, aber vor allem lebendigen Pflege bieten.

 
 

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