Kein Sparkassen-Geld für die Stadt

Michael Passon
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Diese Option für Moers nunmehr gestorben. Und: Institut verzockt sich um 4,5 Millionen Euro.

Moers. Nein, Sorgen mache man sich derzeit nicht um die Griechenland-Anleihen, hieß es noch Ende letzter Woche bei der Sparkasse am Niederrhein auf NRZ-Anfrage. Und tatsächlich beläuft sich das Risikokapital mit Blick auf die südeuropäischen Länder derzeit auf 500 000 Euro. Viel Geld, aber überschaubar und von Giovanni Malaponti jetzt in der Zweckverbandsversammlung als „auf fast null reduziert“ bezeichnet. Allerdings sah sich der Sparkassen-Chef auf derselben genötigt zu erklären, warum im Jahr 2011 satte 4,5 Millionen Euro für eine Griechenland-Anleihe abgeschrieben werden mussten.

Um es mit den Worten des Alpener Christdemokraten Hans-Georg Schmitz zu sagen: „Es scheint, als habe sich die Sparkasse am Niederrhein sehr fürsorglich um die Griechen gekümmert. Nur nicht so erfolgreich.“ Der Moerser Liberale Rudolf Kretz-Manteuffel wollte in diesem Zusammenhang wissen, warum die Sparkasse Duisburg kein Problem mit derselben Anleihe habe. „Offenbar gibt es unterschiedliche Risiko-Einschätzungen.“ Malaponti musste zugeben, dass „wir mit dieser Anleihe vollends gegen die Wand gefahren sind.“ Man habe auf ein gutes Umtauschangebot spekuliert und den richtigen Zeitpunkt, sich davon zu trennen, schlichtweg verpasst.

Der Vorstand wurde trotzdem einstimmig entlastet. Insgesamt kann er für 2011 einen Jahresüberschuss von 3 131 878,79 Euro ausweisen. Geld, dass die FDP am liebsten zur Hälfte für die kommunalen Haushalte verwenden würde. Im diesbezüglich maroden Moers hat der Kämmerer als Konsolidierungsoption eine Summe von 335 000 Euro jährlich ins Spiel gebracht. Und Kretz-Manteuffel wies nochmals auf Duisburg hin, wo es gelänge, die Stadtkasse zu unterstützen und trotzdem die Gewinnausschüttung für gemeinnützige Zwecke aufrecht zu erhalten.

Malaponti erklärte, dass es Basel III und Unwägbarkeiten wie Zinsänderungsrisiken auch künftig notwendig machten, die Gewinne zur Stärkung des Eigenkapitals einzusetzen. Um etwa Kredite an die regionale Wirtschaft vergeben zu können. Die Zweckverbandsversammlung folgte ihm.