Kein einfaches Jahr für Neukirchen-Vluyn

Es brannte oft am Vluyner Nordring.
Es brannte oft am Vluyner Nordring.
Foto: WAZ FotoPool
Es ist zumindest zum Teil gelungen, das Ruder herumzureißen: die Nau-Bauten sind verkauft, die Gesamtschule kommt. Vieles muss noch angepackt werden

Neukirchen-Vluyn..  Die Stadt konnte vor zwölf Monaten mit einer beruhigenden Erkenntnis in das neue Jahr starten: Nach dem für Politik und Verwaltung katastrophalen 2013 konnte 2014 nur besser werden. Unterm Strich wurde es das auch. Obwohl einige alte Baustellen weiter beackert werden mussten. Und obwohl die Stadt jetzt in der Haushaltssicherung steckt und somit jeden Cent doppelt umdrehen muss. Bei den freiwilligen Leistungen muss weiter gespart werden, die Steuern werden sukzessive erhöht. Keine einfachen Bedingungen.

Verwaltungsintern gab es Turbulenzen. Im Januar trat der Technische Beigeordnete Ekkehard Deußen seinen Dienst im Rathaus an und alle hofften, dass damit im Hoch- und Tiefbaubereich nun endlich Ruhe einkehren würde. Der Neue hielt es allerdings nicht lange aus und verließ die Verwaltung bereits wieder im Mai. Eine weitere Ausschreibung im Sommer mündete in der Wahl Ulrich Geilmanns, der nun im ersten Quartal 2015 seinen Dienst als Technischer Beigeordneter antreten wird.

Am Schulzentrum wurde zunächst der Brandschutz optimiert, der Umbau der naturwissenschaftlichen Räume am Julius-Stursberg-Gymnasium als Teil der Millionen-Sanierung verzögert sich. Dafür wurden weitere Weichen für die Gesamtschule gestellt. Und immerhin konnte im Sommer der umstrittene Kombi-Bau für den Baubetriebshof und den Vluyner Feuerwehrlöschzug in voller Größe eingeweiht werden. Auch die Kulturhalle wurde zur vielfachen Zufriedenheit wiedereröffnet, zumindest im Erdgeschoss. Die oberen Etagen will der Bürgermeister nun dringend in 2015 herstellen lassen.

Harald Lenßen hatte sich im Mai nicht mit den Parteien zur Wahl gestellt. Er wolle seine Amtszeit erfüllen, hat er gesagt. Bei den Kommunalwahlen verlor die CDU ihre Position als größte Fraktion, die SPD frohlockte, und fortan begann bei jeder Entscheidung die Suche nach Mehrheiten.

Eine wesentliche städtebauliche Weichenstellung gab es im Dezember: Die Nau-Immobilien in Vluyn kamen unter den Hammer und wurden für mehr als acht Millionen Euro zwangsversteigert. Noch im Frühjahr hatten Brände die Nachbarn in Unruhe versetzt.

Erfolge gab es beim Thema Nahversorgung ebenfalls zum Jahresende zu verkünden: Der Neukirchener Erziehungsverein wurde sich mit dem Kevelaerer Investor Schoofs einig und verkauft ihm sein Grundstück, damit dort ein Lebensmittelmarkt gebaut werden kann. Und wenn zu benennende Erfolge ausgehen, blickt man einfach auf Niederberg: Die Grundstücke im nächsten Wohnquartier gingen wieder weg wie warme Semmeln.

Die SPD hat sich im Übrigen auf den letzten Metern des ausgehenden Jahres mit der Nominierung Jochen Gottkes in die Startlöcher für den Bürgermeister-Wahlkampf begeben. 2015 gibt es viel zu tun, Ansatzpunkte gibt es reichlich – das hat das NRZ-Bürgerbarometer im Mai deutlich gezeigt.

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