Karl-Besse-Preis für Moerser „Klartext“

Michael Passon ( Redaktionsleiter Moers, links) nimmt vom Deutschen Automaten - Verband den Karl-Besse-Preis fŸr den Verein "Klartext fŸr Kinder" entgegen. Der Namensgeber Karl Besse steht ganz rechts , Foto: Stefan Arend / WAZ Fotopool
Michael Passon ( Redaktionsleiter Moers, links) nimmt vom Deutschen Automaten - Verband den Karl-Besse-Preis fŸr den Verein "Klartext fŸr Kinder" entgegen. Der Namensgeber Karl Besse steht ganz rechts , Foto: Stefan Arend / WAZ Fotopool
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Deutscher Automatenverband vergibt die mit 5000 Euro dotierte Auszeichnung erstmals für besonderes gesellschaftliches Engagement. . Von jedem Spendeneuro gehen nur 4 Cent in die Vereinsverealtung.

Essen..  Es war ein ungewöhnlicher Rahmen für ein ungewöhnliches Ereignis, selbst an diesem traditionsreichen Ort. Der Deutsche Automaten-Verband vergab am Dienstag zu Ehren seines Ehrenvorsitzenden erstmals den Karl-Besse-Preis. Eine Auszeichnung für besonderes gesellschaftliches Engagement, wie es Besse seit vielen Jahren vorlebt. Der NRW-weit aktive Verband hatte unter mehreren Vorschlägen den des Moerser Mitglieds Freddy Fischer ausgewählt. So ging der mit 5000 Euro dotierte Preis an „Klartext für Kinder - Aktiv gegen Kinderarmut!“

Die Moerser Delegation, bestehend aus dem Vorsitzenden Hans-Dieter Wichert, Geschäftsführer Michael Passon und Vorstandsmitglied Peggy Krebber, wurde erweitert durch einen weiteren Moerser. Der SPD-Landtagsabgeordnete Ibrahim Yetim war gebeten worden, die Laudatio auf Klartext zu halten. Das fiel dem Kapellener nicht schwer, schließlich ist er Mitglied aus Überzeugung.

„Ich bin froh, heute hier sein zu dürfen“, meinte Yetim eingangs und erklärte scherzhaft: „Die Branche der Automatenaufsteller und -hersteller hat bei manchen den Ruf, viel Geld zu verdienen und sich die Taschen vollzumachen. Dann habe ich überlegt, dass man das den Politikern auch nachsagt und gedacht: Da bist du richtig.“ Yetim würdigte die vielfältige Arbeit des Verein, insbesondere die schnelle unbürokratische Hilfe für die Schwächsten unserer Gesellschaft, die Kinder. Was ihn immer wieder fasziniere sei, wie viel selbstverständliches Engagement darin steckt: Kindertafel, Camps, die aufwändige tägliche Einzelfallhilfe. „Sie müssen sich dabei immer klar machen, dass von einem Spenden-Euro nur vier Cent für die notwendige Vereinsbürokratie draufgeht. Sie konnten sich keine bessere Organisation aussuchen für diese Ehrung.“

Einen Ball, den Geschäftsführer Michael Passon in einer emotinalen Rede gern aufnahm. Er erklärte, was die Triebfeder der 250 Ehrenamtler bei Klartext ist: Verantwortung zu spüren und zu übernehmen. „Wir wollen dem Staat keine Hängematte aufhängen, dazu wären wir auch zu klein. Aber dort, wo Kinder leiden in diesem Land, können wir nicht auf die große Systemänderung warten. Wir sind da gern der Stachel im Pelz des Staates. Auch das ist Verantwortung.“

Das Preisgeld, sagte er, werde zum Teil dazu eingesetzt, den vielen ehrenamtlichen Aktiven, die täglich gegen Kinderarmut vor der Haustüre kämpfen, „Danke“ zu sagen. Mit einem schönen Abendessen.

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