Kamp-Lintfort: „Streets & Arts“ in der Orangerie

Petra Klein.
Petra Klein.
Foto: FUNKE Foto Services
Die Moerser Künstlerin Petra Klein zeigt in der westlichen Orangerie im Kloster Kamp „Streets & Art“. 52 Bilder, die gleichzeitig auch eine Reise durch die Geschichte der Fotografie sind.

Kamp-Lintfort..  Wie Petra Klein ihre Fotomotive findet? „Indem ich mit offenen Augen durch die Gegend laufe“ sagt die 58-jährige Fotokünstlerin. Die beiden Männer, die entspannt auf einer Treppe sitzen und Feierabend machen, hat sie in Kreuzberg entdeckt. Den mit altmodischen Schrankkoffern beladenen alten Volvo auf einer Autobahnraststätte in Frankreich. „Street & Art“ lautet der Titel mit 52 ihrer Arbeiten, die ab Sonntag in der westlichen Orangerie des Klosters Kamp zu sehen sind. Die Bilder der Moerser Künstlerin eröffnen die Ausstellungssaison im Terrassengarten.

Emotionale Momente

Die Ausstellung ist zugleich ein kleiner Querschnitt der Geschichte der Fotografie: Mit Schwarz-Weiß- und Sepia-Arbeiten erinnert Klein an die Fotografie in der ersten Hälfte des Jahrhunderts, farbveränderte und -reduzierte Bilder wecken Erinnerungen an die Anfänge der Farbfotografie, und die am Computer entstandene digitale Bearbeitung von Fotos zeigt, was heute möglich ist.

Ihre Lust am Experiment hat einen ganz konkreten Hintergrund: „Ich mache das, um dem Bild genau die Aussage zu geben, die ich beim Abdrücken des Auslösers empfunden habe.“ Diesen oft emotionalen Moment will sie mit dem fertigen Bild perfektionieren. Das, sagt Petra Klein, könne manchmal ganz schön lange dauern.

So verleiht das Monochrome ihrer Straßenszenen und Portraits eine gewisse Zeitlosigkeit, der „typische“ Gelbstich auf dem Bild der alten Frau in einer Gasse erinnert bewusst an die Fotos der 70er Jahre. Welches Motiv am Ende wie realisiert wird, entscheidet sozusagen der erste Blick – und viel Gefühl.

„Computermalen“ nennt Petra Klein das digitale Bearbeiten ihrer Fotos – und geht dabei nicht weniger genau vor: „Ich glaube, dass die Fotografie sich in den vergangenen Jahren durch die vielfältigen Möglichkeiten der kreativen Bearbeitung erheblich der Malerei genähert hat.“ „Das Auge“ ist eines dieser bearbeiteten Fotos betitelt. Und wer es lange anschaut, kann in dem Bild auch einen Ausschnitt des Universums finden ...

Sie habe schon immer gerne und viel fotografiert, sagt Petra Klein, die früher im Qualitätsmanagement eines großen Unternehmens gearbeitet hat. Seit sie ihren Schreibtisch dort verlassen hat, findet sie auch die Zeit, sich künstlerisch mit dem Fotografieren auseinanderzusetzen. Die aktuelle Schau ist ihre dritte Einzelausstellung.

 
 

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