Kamp-Lintfort: Flüchtlinge ziehen ab November um

Die Zentralunterkunft an der Friedrichstraße 102 -104 wird derzeit erweitert.
Die Zentralunterkunft an der Friedrichstraße 102 -104 wird derzeit erweitert.
Foto: Christoph Karl Banski / FUNKE Fo
  • Neue Gebäudeteile der Flüchtlingsunterkunft Friedrichstraße sind ab 1. November bezugsfertig
  • Ältere Wohnungen werden sukzessive saniert und Bunte Riesen leer gezogen
  • Stadt rechnet nach dem Aus für die Landesunterkunft mit neuen Zuweisungen

Kamp-Lintfort..  Die neuen Gebäude der Flüchtlingsunterkunft an der Friedrichstraße können ab dem 1. November bezogen werden. Das teilte Dezernent Christoph Müllmann am Donnerstag in der Sitzung des Sozialausschusses mit. Um diesen Termin herum werden dann die bislang in den alten Gebäudeteilen untergebrachten Bewohner umziehen und die leergezogenen älteren Gebäude bis zum Jahresende sukzessive saniert. Bis dahin sollen auch die jetzt noch in Wohnungen der Bunten Riesen untergebrachten 86 Flüchtlinge zur Friedrichstraße umziehen.

Aktuell (Stand August 2016) sind nach Auskunft der Verwaltung 535 Flüchtlinge in Kamp-Lintfort untergebracht – in der Unterkunft Friedrichstraße sowie in 85 über die Stadt verteilten Mietobjekten. Nachdem die nie in Betrieb genommene Landesunterkunft am Bendsteg wieder abgebaut wird, muss Kamp-Lintfort nun auch wieder mit neuen Zuweisungen rechnen. Stichtag dafür, so eine Sprecherin der Bezirksregierung Düsseldorf auf NRZ-Anfrage, sei der heutige 9. September. Wann mit dem Abbau der Zeltstadt begonnen wird, stünde hingegen noch nicht fest. Laut ersten Aussagen der Bezirksregierung Arnsberg gegenüber der Stadt Kamp-Lintfort kann zunächst mit etwa 50 Neuzuweisungen gerechnet werden.

Zusätzlicher Wohnraum für Flüchtlinge soll auch in dem öffentlich geförderten Mietwohnungsbauprojekt Moerser Straße/Tor Ost entstehen. In drei Objekten sollen 50 Wohneinheiten gebaut werden. 40 Prozent dieser Wohnungen sind für Flüchtlinge gedacht, 60 Prozent für Menschen mit geringem Einkommen. Rainer Klotz begrüßte das Projekt für die Fraktion Die Linke ausdrücklich, warnte aber vor Desinformation in sozialen Netzwerken: „Viele glauben, dass dort ein neues Wohnheim für Geflüchtete entsteht.“

Wie dringend nötig öffentlich-geförderter Wohnungsbau unter anderem in Kamp-Lintfort ist, machte auch der vorgelegte Jahresbericht der Wohnungshilfe deutlich.

Demzufolge stieg die Zahl der Wohnungshilfefälle nach einem Rückgang in 2014 im letzten Jahr wieder leicht an. „Es fehlen bezahlbare Wohnungen für einkommensschwache Haushalte, für Studierende, für Flüchtlinge und Zuwanderer – auch in Kamp-Lintfort. Eine Steuerung durch wohnungspolitische Maßnahmen ist zwingend erforderlich,“ bilanziert die Grafschafter Diakonie in ihrem Bericht.

 
 

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