Kamp-Lintfort: Ein Gewinn für beide Seiten

Gerburg Dicks, Jobtrainer Bernd Fischer und Roger Witt.
Gerburg Dicks, Jobtrainer Bernd Fischer und Roger Witt.
Foto: Christoph Karl Banski / FUNKE Fo
  • Das Projekt „win win“ hilft arbeitslosen Schwerbehinderten zurück auf den ersten Arbeitsmarkt
  • Nach einem Jahr konnten bereits 45 Projektteilnehmer in Beschäftigungsverhältnisse gebracht werden
  • Finanziert wird das auf drei Jahre angelegte Projekt mit zwei Millionen Euro aus dem Ausgleichsfonds

Kamp-Lintfort..  Roger Witt weiß aus eigener Erfahrung, wie schwer es ist, mit einer Schwerbehinderung eine Stelle auf dem ersten Arbeitsmarkt zu finden. „Aber ganz aufgeben will ich auch nicht“, sagt der 60-Jährige. Seit einem Jahr hilft ihm dabei das Projekt „win win“ (Weseler Inklusionsinitiative – Wir integrieren nachhaltig). Seitdem hat das Projekt mit seinen vier Kompetenzzentren in Kamp-Lintfort, Moers, Wesel und Dinslaken bislang 150 Betroffene unterstützt, von denen bislang 45 auf den ersten Arbeitsmarkt vermittelt werden konnten.

„Das Ergebnis nach einem Drittel der Projektzeit übertrifft deutlich unsere Erwartungen“, sagt Gerburg Dicks vom Jobcenter Kreis Wesel, gemeinsam mit der Agentur für Arbeit Wesel, der Akademie Klausenhof, der Grafschafter Diakonie und dem Caritasverband Moers-Xanten verantwortlich für das Projekt. Finanziert wird „win win“ über drei Jahre mit zwei Millionen Euro aus dem Ausgleichsfonds des Bundes.

Das individuelle Training sei der Schlüssel zum Erfolg, hat Dicks festgestellt. Und auch Kirsten Schwarz, die das Projekt für die Caritas im Kompetenzzentrum Kamp-Lintfort leitet, bestätigt: „Große Gruppenangebote bringen einfach weniger als individuelle Angebote.“ Los geht es für alle Teilnehmer mit einem Einführungsgespräch, anschließend geht es in die Kennenlernphase. In meist wöchentlichen Treffen wird dann ausgearbeitet, wohin es beruflich gehen soll. Besonders wichtig ist dabei eine Kompetenzanalyse. „Oftmals, wenn Kunden zu uns kommen, erzählen sie zu allererst, was sie alles nicht können“, so Dicks. Mit jeden Teilnehmer wird anschließend ein individueller Plan aufgestellt, werden Kenntnisse aufgefrischt, wird ein Ziel formuliert. Schließlich recherchieren die Projektmitarbeiter passende Stellenangebote und kontaktieren Firmen.

Vom Ingenieur bis zur Bürokraft reicht bislang die Palette der vermittelten Arbeitsplätze, und das vor allem in kleinen und mittleren Betrieben. Um das Projekt noch bekannter zu machen, verleiht „win win“ am 9. November in der Akademie Klausenhof den Preis „Pro Inklusion“; nominiert sind Arbeitgeber aus dem Kreis Wesel. Auf dem Inklusionstag wird neben der Preisverleihung auch eine Ausstellung mit Karikaturen von Gerhard Mesters eröffnet.

Für Roger Witt ist „win win“ auch jetzt schon ein Gewinn: „Es ist auch gut für den Kopf“. Und für viele zugleich ein Weg aus der Isolation.

 
 

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