Jubiläumskonzert der Moerser Hexen

Jubiläumskonzert der Chores "Witches Of Pitches".
Jubiläumskonzert der Chores "Witches Of Pitches".
Foto: Christoph Karl Banski
20 Jahre „Witches of Pitches“: Der Frauenchor und seine treuen Fans feierten im Kulturzentrum Rheinkamp mit einem „Best of“. Die 72-jährige Liz Döhring übergab die Chorleitung an die 26-jährige Waleri Pöllen - ein radikaler Generationswechsel.

Moers..  Magische Momente gekonnt inszeniert: Nach zwei Jahrzehnten geballter A-Cappella-Erfahrung war es nun Zeit für ein Best-Of. Über fünfzig Hexen, über fünfzig Mal kräftiges Lungenvolumen. Die „Witches of Pitches“ feierten ihr Jubiläum zum Bestehen einer zwanzigjährigen Ära der Chormusik, die ohne instrumentale Begleitung auskommt.

An diesem Samstag gab es nur die besten Songs, Highlights des Repertoires. Evergreens wie „I believe I can fly“, „I will survive“ und „Those were the days“, paarten sich mit peppigen Musicalsongs, traurigen Balladen und frischen Coverversionen aktueller Rock- und Popsongs.

Das Kulturzentrum Rheinkamp war trotz vieler Konkurrenzveranstaltungen zahlreich besucht. Die „Witches of Pitches“ – zu Deutsch „Hexen der Töne“, haben sich im Laufe ihres Bestehens einen Namen gemacht. Ihre Shows sind lebendig, durchdacht und voller Freude. An diesem Abend zeigten sich die Frauen in schwarz-roter Kleidung. Jeder Song wurde mit einer neuen Formation und einer kleinen Einlage Stand-Up-Comedy eingeleitet.

„Wir haben treue Fans, das wissen wir“, erzählte Lisa Behmenburg, erste Vorsitzende des Frauenchores, die in der tiefsten aller Stimmen singt, dem Bass. Das Konzert stand unter dem Motto: „As time goes by“, was in zweierlei Hinsicht bedeutungsvoll für den Ladies A-Cappella-Chorus war. Es war sowohl eine Feier, als auch ein Abschied. Ein Abschied von der Frau, die alles erst ermöglicht hat.

Hexenchor tanzte nach ihrer Pfeife

1994 gründete sie den Hexenchor in Moers, mit ihrem musikalischen Verständnis schreibt sie vierstimmige A-Cappella-Versionen beliebter Stücke, mit der „Pitch-Pipe“, einer kleinen runden Tonpfeife, gibt sie ihrem Frauenchor über die Jahre die richtigen Töne vor. Die Rede ist von keiner anderen als Liz Döhring, die die Leitung nun mit 72 Jahren an die 26-jährige Walerie Pöllen abgibt, die damit auch jünger als die meisten der Chorfrauen ist.

Wie viel Spaß die Frauen in der Gruppe und mit Liz Döhring haben, lässt sich an der großen Mitgliederzahl erkennen. „Liz glaubt an die Musik, sie ist immer aktiv und mit Leib und Seele dabei“, lobte Behmenburg die Dirigentin. Ihr Chorprojekt startete die Xantenerin mit einer Hand voll motivierter Frauen. Im Laufe der Zeit verzehnfachten sich die „Witches of Pitches“ dann. „Dass wir ohne Noten singen, uns bewegen und dem Publikum in die Augen schauen, dass macht unsere Konzerte so lebendig“, erklärt die Vorsitzende Behmenburg.

Nicht einen Tag krank gewesen

Liz Dörings Werdegang ist von der Musik geprägt. Bereits als Kind stand die gebürtige Engländerin mit musikalischen Interpretationen auf der Bühne. In den zwanzig Jahren sei Liz Döring niemals krank oder nicht bei der Sache gewesen. Auch der gute Zweck kam bei ihr nicht zu kurz. Mit Walerie Pöllen hat der Chor nun eine neue kompetente Leiterin gefunden. „Wir haben sie kennengelernt und es hat einfach gepasst“, berichtete Behmenburg. Niemand erwartet, dass alles so bleibt wie bisher. Eine neue Leiterin wird auch neue Akzente setzen. „Ich wünsche mir für die Zukunft, dass unsere Fans uns treu bleiben und unsere Gruppe noch lange zusammenhält“, hofft die Vorsitzende der Witches .

 
 

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