Italienische Feinkost kommt nach Moers

Luigi Siziliano, Angelika Lamers, Olaf Reinders, Leo Reinders und Christina Engeln (v.l.).
Luigi Siziliano, Angelika Lamers, Olaf Reinders, Leo Reinders und Christina Engeln (v.l.).
Foto: Funke Foto Services
Nach acht Jahren des Leerstands zieht neues Leben in die Spaethe-Buchhandlung ein: Im Oktober eröffnet ein italienisches Feinkostgeschäft mit Lunch-Bar

Moers..  Spaethe – der Name ist den Moersern ein Begriff, auch heute noch, acht Jahre nachdem das letzte Buch in der Buchhandlung am Hanns-Dieter-Hüsch-Platz verkauft wurde. Die Eigentümer, das Ehepaar Angelika und Hans-Gerd Lamers, hatten im Lauf der Jahre mit etlichen Interessenten zu tun, die für das Gebäude ganz unterschiedliche Ideen hatten: Ein Restaurant mit Lounge-Bar, eine Eisdiele, ein kleines Kaufhaus, ähnlich dem berühmten „Kaufrausch“ im Hamburg. Doch nie wurde eine Idee in die Tat umgesetzt. Im Januar 2016 entschlossen sich die Eigentümer zu einem radikalen Umbau, und kurz darauf fand sich ein Mieter für das Ladenlokal im Erdgeschoss: Luigi Siziliano.

Olaf Reinders ist der Mann, der den Radikalumbau erdachte. Als Designer von Buchhandlungen ist er in der Branche bekannt – nur dass er nun die leer stehende Buchhandlung in der Moerser Altstadt in ein Feinkostgeschäft mit Lunch-bar umgestaltet. Er lebte selbst eine Weile in Moers und kann sich noch gut an die Zeiten erinnern, als das „AT“ und das „Café des Arts“ sich vor Gästen kaum retten konnten. „Das wird wieder passieren“, prophezeit Reinders, „der Platz wird erschlossen.“

Der Mann, der dieses kleine Wunder vollbringen und wieder Leben an den zentralen Platz in der Altstadt bringen soll, heißt Luigi Siziliano. Der 39-Jährige stammt aus Kalabrien, kam mit dem Wunsch nach Düsseldorf, italienische Feinkost anzubieten. Seine Familie betreibt eine große Landwirtschaft, produziert Wein, Olivenöl und noch viel mehr. Der Tipp einer Bekannten führte ihn nach Moers, ein Hinweis im Schaufenster der alten Buchhandlung zum Ehepaar Lamers.

Und so ist der Umbau bereits in vollem Gange. Im Erdgeschoss finden das Feinkostgeschäft und die Lunchbar Platz; 30 Sitz- und 40 Stehplätze sieht das Konzept vor, zudem 25 bis 30 Plätze draußen auf dem kleinen Platz an der Hüsch-Stele. In der ersten Etage werden zwei Wohnungen entstehen, eine ist bereits vermietet, die andere bietet 88 Quadratmeter in gehobener Ausstattung.

„Es ist eine Schande, dass das Haus so lange leer stand“, seufzte gestern Angelika Lamers. Die eigenwillige Architektur der alten Buchhandlung mit ihren vielen Treppen und Verkaufsebenen verhinderte letztendlich über Jahre eine einzelhändlerische oder gastronomische Nutzung. „Es fängt mit den Investoren an“, so Reinders, „man steckt Geld da rein, wo früher Fehler gemacht wurden.“

Für die Eröffnung haben sich das Architekturbüro „28°“, Olaf Reinders und Luigi Siziliano ein ehrgeiziges Ziel gesteckt: Zum Moerser Herbst am 1. und 2. Oktober soll alles fertig sein.

 
 

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