„Irrgarten für Fahrradfahrer“

Eine „Herausforderung ohnegleichen“ nennt Sabine Bertram-Reif die Kreuzung Ring-/Friedrichstraße. Foto: FBG
Eine „Herausforderung ohnegleichen“ nennt Sabine Bertram-Reif die Kreuzung Ring-/Friedrichstraße. Foto: FBG
Foto: NRZ
An der Kreuzung Ring-/Friedrichstraße muss man sich genau an die Regeln halten.

Kamp-Lintfort..  Einen Irrgarten für Fahrradfahrer nennt Sabine Bertram-Reif, Mitglied der Freien Bürgergemeinschaft, die neu gestaltete Kreuzung Ringstraße/Friedrichstraße, mit eigener Ampelanlage für Radfahrer.

„Sie ist eine Herausforderung ohnegleichen. Durch den Neubau des Einkaufszentrums EK3 und die Erneuerung der Friedrichstraße ist an dieser Stelle eine Situation entstanden, die Radfahrer zur Verzweiflung bringt und hohes Gefährdungspotenzial birgt.“

Der Radweg ende an der Friedrichstraße jetzt an einer neuen, nur für Radfahrer installierten Ampel, die als solche nur von den wenigsten erkannt und beachtet werde. Zur Weiterfahrt geradeaus müsse sich der Radverkehr nach dem Ampelsignal grün auf die vor dem Autoverkehr befindliche, rot gezeichnete Fläche vor den Fahrzeugen aufstellen. Das Gleiche gilt auch für das Abbiegen nach rechts und links in die Friedrichstraße.

„Wie ein Slalom“

„Für links abbiegende Fahrradfahrer gleicht dieser Akt an der Kreuzung eher einem Slalom. An der Ampel halten, bei grün der Fahrradfahrerampel rechts bis auf das rote Feld fahren, stopp, links vor den Fahrzeugen auf dem Feld einordnen, stopp, auf Ampelgrün für Fahrzeuge warten, stopp, bei grün vorsichtig in den Kreuzungsbereich einfahren, stopp, den entgegenkommenden Verkehr vorbeilassen, stopp, bei freier Strecke links abbiegen“: So schildert Bertram-Reif die Situation.

Thomas Witt, stellvertretender Leiter des Tiefbauamts, kann die Kritik nicht nachvollziehen. „Wir haben uns mit dieser Stelle auseinandergesetzt, viel überlegt, und nach Absprach mit dem Ordnungsamt und der Polizei für diese Lösung entschieden. Der Radverkehr, der an dieser Stelle nur auf der einen Seite möglich ist, muss ja wieder in den sonstigen Verkehr geleitet werden, weil der Radweg nicht weitergeführt wird.“

In anderen Städten seien solche Regelungen gang und gäbe. Auch die Tatsache, dass man zweimal auf die Grünphase warten müsse, lasse sich nicht ändern. „Wenn man zu Fuß auf die schräg gegenüberliegende Straßenseite will, muss man auch zweimal auf grün warten.“ Von Gefährdungen der Radfahrer durch diese Verkehrsführung sei ihm nichts bekannt. „Weder das Ordnungsamt noch die Polizei haben von so etwas berichtet.“

 
 

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