Integration gehört uns allen

Hartmut Hohmann (l.) schlug Cemil Mayadali (r.) im Dezember 2009 für den Verdienstorden vor - jetzt kam die Einladung zur Verleihung. Foto: Volker Herold
Hartmut Hohmann (l.) schlug Cemil Mayadali (r.) im Dezember 2009 für den Verdienstorden vor - jetzt kam die Einladung zur Verleihung. Foto: Volker Herold
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Moers.  Der Verdienstorden ist neben dem Staatspreis die höchste Auszeichnung, die das Land NRW zu vergeben hat. Am 24. August wird der Orden dem Moerser Cemil Mayadali verliehen.

Dessen „außerordentliche Dienste für die Allgemeinheit“ – solche sind Vor-aussetzung für die Verleihung – liegen in der Integrationsarbeit. Cemil Mayadali lebt seit 40 Jahren in Moers und ist überzeugt: „Integration gehört uns allen.“

Weshalb der pensionierte Maschinenbauingenieur den Orden auch im Namen all derer entgegen nimmt, „die als selbstlose Ehrenamtler“ in Sachen Integration tätig waren. Der 67-Jährige investiert in der Woche 15 Stunden unter anderem in seine Tätigkeit als Vorsitzender des IKM, des Internationalen Kulturkreises in Meerbeck. Hartmut Hohmann, der Mayadali in seiner Eigenschaft als Vorsitzender des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes im Dezember 2012 für die Auszeichnung vorschlug, nennt ihn einen Dorfältesten, auf Türkisch Baschkan – die zentrale Figur in einem lokalen Netzwerk.

Eine „jahrzehntelange Vertrauensarbeit“ habe Cemil Mayadali geleistet, so Hohmann. Und wenn der Ingenieur den Orden entgegen nimmt, werden ihn seine Ehefrau Rukiye, Stationsschwester am St. Josef, und seine beiden Töchter begleiten – die eine ist Zahnärztin, die andere Doktorandin der Medizin. Mayadali setzt auf die kommenden Generationen: „Ich hoffe, dass viele Jugendliche das lesen und sich für die Gesellschaft engagieren. Jeder muss von dem, was er bekommen hat, einen Teil zurückgeben.“

Integrative Arbeit finde vor der Haustür statt: „Das Internationale Zentrum in Repelen und der IKM in Meerbeck leisten beide gute Ar­beit.“ Wichtige Präventivarbeit, betont Mayadali, denn „wenn wir den Jugendlichen heute nicht den richtigen Weg zeigen, sind die Folgekosten viel höher“. Ohne städtische Zuschüsse, erklärt er mit Blick auf die Haushaltslage, „gibt es für den IKM keine Überlebenschance“.

Was auch immer geschieht: Cemil Mayadali wird sich in seiner Stadt weiter engagieren. „Ich bin ein sehr alter Moerser. Als ich herkam, war die A 40 hier zu Ende.“

 
 

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