Infos über die „Arbeitsgemeinschaft mit System“

Moers..  Warum sollte man Bienen züchten? Wie entsteht Honig? Was verleiht ihm seinen Geschmack? Und: Wie leben Bienen in ihrem Volk? Solche Fragen wurden am Samstag beim Imkerseminar im Vereinsgebäude des ASV Rheinpreussen Waldsee beantwortet. Die CDU und der Imkerverein hatten unter dem Motto „Imkern in der Stadt — geht das?“ zum Treffen eingeladen.

Im Juli hatten die CDU und der Imkerverein unter Leitung von Carsten Cebulla eine Bienenwanderung im Schlosspark durchgeführt. „Die Resonanz war sehr positiv, so dass wir uns erneut zu solch einer Veranstaltung entschlossen haben. So können alle im Frühjahr direkt mit neuem Wissen in der Imkerei durchstarten“, freut sich Julia Zupancic (CDU). Durch das Seminar führten der Biologie-Student Till Stempel und der Biologie- und Geografiestudent Martin Hinkelmann. Beide sind fachlich versiert, imkern selbst in ihrer Freizeit und beschäftigten sich im Rahmen ihres Studiums mit verschiedenen Arten von Bienen.

Rund 20 Zuhörer lauschten den spannenden Vorträgen der Experten, darunter waren viele mit der Imkerarbeit vertraut, andere wollen aktiv werden und Infos aus erster Hand über die für die Umwelt wichtigen Hautflügler erlangen. „So unscheinbar Bienen auf den ersten Blick sind: Sie sind ein Grundpfeiler unserer Natur“, leitete Hinkelmann ein.

Schließlich habe schon Albert Einstein die Wichtigkeit der Tierchen hervorgehoben: Ohne Biene keine Bestäubung, ohne Bestäubung keine Pflanzen, ohne Pflanzen keine Tiere und Menschen mehr, lautet das Zitat sinngemäß. Umso wichtiger, das Thema auf den Tagesplan zu bringen. Und das schafften die Biologen in unterhaltsamer Weise.

So ging es um die Organisation eines Bienenvolkes, das aus einer Königin, bis zu 40 000 Arbeiterinnen und bis zu 2000 Drohnen besteht.

„Das ist wie eine Arbeitsgemeinschaft mit eigenem System. Als Imker sollte man geschult mit diesem System umgehen“, wissen die Biologen. Imkern sei wichtig. Neben der Ernte von naturbelassenen Honig fördert das Imkern die bunte Vielfalt der Natur und sichert den künftigen Bestand von Bienen.

„Durch die großflächige Feldbewirtschaftung einer Monokultur fehlen unterschiedliche Pflanzen, die die Bienen bestäuben können. Zudem sind Monokulturen oft von Schädlingen befallen, so dass Pestizide eingesetzt werden müssen, die die Bienen in den Stock tragen“, erklärt Till Stempel. Hier kommt die Stadtimkerei zum Tragen: Sie sei nicht aufwendiger als die Landimkerei, komme weitestgehend ohne Pestizide aus und erste Schritte seien für jeden umsetzbar. „Jeder mit Blumen ausgestattete Balkon und jeder Garten mit einem Insektenhotel kann schon einen Teil zum Bienenbestand beitragen“, sagten die Experten.

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