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In den Ferien hoch hinaus

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Foto: WAZ FotoPool
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Kamp-Lintfort..  Yvonne und Carola schauen in die Luft. Schon wieder geht ein Segelflieger hoch – und es sieht spektakulär aus. Ziemlich steil kommt einem der Winkel vor, in dem das Flugzeug nach oben saust. Und die Piloten werden auch richtig in ihren Sitz gedrückt. Fast, wie auf einer Achterbahn.

Für die beiden fünfzehnjährigen Mädchen steigt die Spannung. Bald nämlich sollen auch sie an den Start gehen. Insgesamt sechs Jugendliche haben sich im Rahmen des Sommerferienprogramms „Ferienkiste“ der Stadt getraut und einen Start im Segelflieger gemacht. Am Samstag waren es diese beiden Mädchen, die auf dem Flugplatz in Kamp-Lintfort in die Luft gegangen sind. Ein Fluglehrer war natürlich auch noch mit dabei. Der hat aber hinten gesessen.

Damit die Mädchen diesen Vorteil eines Flugschülers überhaupt genießen konnten, waren sie für einen Tag beim Deutschen Aero Club e. V. gemeldet. „Es ist ein Unterschied, ob man als Flugschüler oder als Gast einen Segelflug macht. Gäste sitzen nämlich immer hinten. Flugschüler dürfen vorne sitzen“, erklärt Hendrik Neumann, der am Samstag als Startleiter auf dem Platz war.

Ein bisschen Mut gehört natürlich schon dazu, wenn man ganz ohne Motor, nur durch Wind und Thermik in 350 Metern über Kamp-Lintfort segelt. Vor dem Start sind die beiden Mädchen insofern doch ein bisschen aufgeregt. „Ich denke schon, dass es bei mir im Magen kribbeln wird“, gesteht Yvonne Dietz, die zum ersten Mal fliegen wird.

Pilot und Fluglehrer Wolfgang Engel erklärt den neugierigen Eltern derweil, wie so ein Segelflugzeug in die Luft kommt: „Das ist wie Drachen steigen lassen, nur dass man selber an dem Seil hängt.“ Ob das die Eltern beruhigt hat? Tatsächlich steckt einiges Karacho in der Seilwinde, die den Flieger in die Luft schwingt. Mit einem 550 PS starken Dieselmotor wird das Stahlseil eingezogen, an dem das Flugzeug hängt. Im 45° Winkel geht es dann nach oben. Bei einer Höhe von 350 Metern wird das Seil ausgeklinkt – frei und wie schwerelos, gleitet der Segelflieger dann durch die Luft.

Wo andere Piloten von der Tankanzeige und teuren Spritpreisen ausgebremst werden, braucht der Segelflieger nur die Sonne. Denn die erwärmt die Luft und treibt das Flugzeug immer wieder in die Höhe. „Bei entsprechender Thermik kann man auch 300 Kilometer weit fliegen“, erklärt der Fluglehrer.

Am Samstag konnten die Mädchen gute fünf Minuten lang die völlig neue Perspektive auf die Welt da unten genießen: „Ich habe unser Zuhause gesehen“, freute sich Carola Schlitt, als sie wieder festen Boden unter den Füßen hatte. Sie ist sicher: „Das muss man einmal erlebt haben!“

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Mi, 19.09.2018, 16.32 Uhr

Öffentlichkeitsfahndungen: Annika Koenig, Sprecherin der Polizei Essen, erklärt unter welchen Umständen die Polizei sich bei der Suche nach Tatverdächtigen oder Vermissten an die Bürger wendet.