„Ich schäme mich nicht mehr, deutsch zu sprechen!“

Foto: WAZ FotoPool

Moers.. Das Stadtteilbüro in der Mattheck hilft Frauen mit Migrationshintergrund. „Stärken vor Ort“ ist ein Projekt im Rahmen des Programms Soziale Stadt, mit dem Bund und EU besonders benachteiligte Stadtteile fördern.

Es richtet sich in Moers an Frauen mit Migrationshintergrund aus der Mattheck und dem Josefsviertel.

Jeden Dienstag von 9 bis 12 Uhr werden den Frauen die Möglichkeiten gezeigt, stundenweise und flexibel berufstätig zu sein. Ihnen wird geholfen, individuelle Fort-und Weiterbildungen sowie Ausbildungen in Teilzeit zu finden. Sie werden über Sozialabgaben und Rentenansprüche informiert. Das Ziel ist es, den Frauen gezielte Hilfestellungen zu geben.

Studium wird oft nicht anerkannt

„Die meisten Frauen haben eine Ausbildung oder ein Studium in ihrer Heimat gemacht, das oft in Deutschland nicht anerkannt wird“, so Dr. Rebecca Müller. Sie fügt hinzu: „Es sind viele, die gerne arbeiten möchten, aber nicht den ganzen Tag können, weil sie oft kleine Kinder haben oder Familienangehörige, um die sie sich kümmern müssen. Wir machen Termine für die Frauen. Wir gehen auch mit, wenn sie sich alleine nicht trauen, zum Jobcenter oder zur VHS zu gehen.“

Die Teilnehmerin Amal Abouttamdan erzählt: „Es ist besser als das Jobcenter, hier werden keine Papiere nach Hause geschickt. Ins Stadtteilbüro kommen Leute, die einem direkt Fragen beantworten.“ Die aus dem Libanon stammende Frau sagt: „Schön ist, dass hier viele Frauen sind, die andere Erfahrungen gemacht haben und dass man sich gegenseitig austauschen und einiges erklären kann. Wir wollen Arbeit finden, damit wir auch später unseren Kindern bei der Jobsuche helfen können und dass sie sehen, dass man arbeiten muss.“

„Die Frauen stammen aus unterschiedlichen Ländern. Um einander zu verstehen, müssen alle deutsch miteinander reden. Das fördert ihre Deutschkenntnisse ungemein“, erklärt Rebecca Müller. „Hier kann man alles fragen, und es hilft einem, sich in die deutsche Kultur zu integrieren. Ich schäme mich jetzt nicht mehr deutsch zu sprechen, und die Grammatik werde ich noch lernen“, berichtet El Berber Bouchra.

„Ich habe im Alter von 40 Jahren noch eine Ausbildung zur Altenpflegerin gemacht. Eine Ausbildung zu machen ist wichtig“, so Zohra Salam.

„Wenn ich etwas nicht weiß, frage ich Rebecca. Sie hilft mir, das, was ich meine, richtig zu formulieren, damit die Frauen in den Behörden mich verstehen,“ meint die 39-jährige Chantal Mbombo-Tshibangu.

 
 

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