Moers

Herr Wesendonk ist anhänglich

Moers.  . Kai Pannen, der damals das Bühnenbild für das Kultstück entworfen hatte, berichtete heiter von der für Kompagnon Ulli Thul ausgesprochen schmerzhaften Entstehung des „Herrn Wesendonk“ mit Gips aus dem Baumarkt, der nunmal billiger ist als medizinischer Gips: „Wir haben das Waxing erfunden.“

Viel zu lachen gab es auch mit den Damen vom Bilanztheater, die seinerzeit überrascht waren, dass Ulrich Greb ein Projekt für und mit Senioren machen wollte: „Hurra, die Alten sind von der Straße!“, hieß es da. Und sie sind am Boden. Denn Helga Henkel und Lilo Schmidt erzählten, wie sie in einer absurden Szene vor Lachen zusammenbrachen und von dort weiterspielten.

Auch Willi Brunswick, ehemaliger Bürgermeister der Stadt Moers und als Politiker von Anfang an bei der Gründung des Theaters eingebunden, geriet ins Plaudern. Und erstmals nahm hier ein SPD-Politiker das böse CDU-Wort der „Kultur-Mafia“, das seit Jahren durch die Stadt geistert, sehr gelassen: „Das war manchmal schon hart am Rande, was wir taten“, gab er zu.

Und wer bis zum Schluss ausgehalten hatte, der wurde mit einem echten Kracher belohnt: Einem schrägen Video, das endlich ehrlich die Meinung der Schauspieler über das moderne Regietheater zeigte.

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