Heimatvereine setzen auf die Ortszentren

Foto: WAZ FotoPool

Neukirchen-Vluyn..  Die beiden Heimat- und Verkehrsvereine aus Neukirchen und aus Vluyn haben sich zusammengetan für eine gemeinsame Sache und eine Arbeitsgemeinschaft gegründet. Das hätten sie vermutlich nicht getan, wenn es nicht wirklich wichtig wäre. Aber zum einen hatte die CDU-Fraktion eine Stellungnahme der Heimatvereine zum Thema Nahversorgung erbeten. Und zum anderen haben die Vereinsvertreter selbst ohnehin eine dezidierte Meinung dazu, worauf es bei den Ansiedlungen von Vollsortimentern in der Stadt ankommt.

Ihre Auffassung machen sie sehr deutlich. Sie „warnen“ nämlich davor, „durch die Etablierung eines neuen Einzelhandelsstandortes Niederberg eine schleichende Zerstörung des noch funktionsfähigen Standortes Vluyn in Kauf zu nehmen und die notwendigen Entwicklungschancen für das Dorf Neukirchen zu zerstören“.

Außerdem wollen sie, wie sie sagen, den „vom Gutacher für möglich gehaltenen“ Zusammenbruch des zentralen Versorgungsbereiches EMA-Straße durch „entwicklungsorientierte politische Rahmenbedingungen“ vermeiden. Sollte dennoch an der Ernst-Moritz-Arndt-Straße/ Max-von-Schenkendorf-Straße ein „Zusammenbruch“ eintreten, wie sie es nennen, möchten sie alle Aktivitäten auf das Dorf Neukirchen orientiert wissen. Hans Delihsen vom HVV Vluyn lobt die Arbeit des Neukirchener Heimatvereins und des Arbeitskreissprechers für das Dorf, Thomas Stralka, und sagt: „Wir sehen die Gefahr, dass ein großflächiger Einzelhandel auf Niederberg das zunichte macht.“ Nur ein Nahversorger bis 800 qm sei dort wünschenswert. Für ihn wie für seine Mitstreiter steht fest: „Die Stärkung der Zentren steht für uns ganz oben, dem müssen sich alle Dinge unterordnen.“ Die wohnungsnahe Versorgung dürfe nicht auf der Strecke bleiben. Insofern hatten die Vereinsvertreter die frohe Kunde, dass der Neukirchener Erziehungsverein sein Grundstück an den Kevelaerer Projektentwickler Schoofs verkauft, am Mittwoch auch als „Schritt in die richtige Richtung“ bewertet.

Sie haben sich intensiv mit dem Nahversorgungskonzept der BBE Handelsberatung GmbH befasst und für ihren Erkenntnisgewinn auch ein früheres Gutachten einbezogen. In der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung wurde ebenfalls wieder über das Nahversorgungskonzept gesprochen. Die SPD-Fraktion hatte unter anderem beantragt, einen Vertreter der BBE in den Ausschuss einzuladen, um „die Öffentlichkeit umfassend und angemessen“ über die Entwicklung zu informieren. Bisher war diese Information nur in einem Arbeitskreis erfolgt. Der Antrag wurde mehrheitlich angenommen.

 
 

EURE FAVORITEN