Hauptschüler drehen einen Film

Erste Resultate können bereits auf dem Bildschirm des Laptops begutachtet werden.            Foto: Volker Herold
Erste Resultate können bereits auf dem Bildschirm des Laptops begutachtet werden. Foto: Volker Herold
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Moers.. „Wir drehen einen Film!“ Mit Begeisterung sollen junge Leute der Justus-von-Liebig-Schule jetzt ein Projekt in Angriff nehmen, dass sich mit den Themen Hauptschule und Berufsfindung beschäftigt.

30 Minuten lang soll der Streifen werden, TV-Qualität haben und bis September fertig sein.

Frederik Göke, angehender Student der Fächer Schauspiel und Regie, hat die Projektleitung übernommen. „Wir wollen Schülern und Eltern das System Hauptschule näher bringen. Der Film soll zeigen, was diese Schulform für Vorteile hat und welche Berufschancen sie bietet.“ Schulleiterin Renate Vetter betont: „Es soll aber kein Werbefilm für die Hauptschule werden.“

Berufswege von
Menschen nachzeichnen

Der 25-jährige Göke erläutert: „Im Rahmen des Projektes gehen wir unter anderem zu Firmen und fragen dort, welche Berufe sie anbieten, die mit Hauptschulabschlüssen erreichbar sind. Wir zeichnen auch Berufswege von Personen nach, die die Justus-von-Liebig-Schule besucht haben.“ Er fügt hinzu: „Für den Film wird eine Arbeitsgemeinschaft mit Schülern vieler Klassenstufen entstehen. Diese lernen, mit der Kamera umzugehen und wie die Schneideprogramme funktionieren.“

Die Film-AG wird unter anderem Schüler zu Praktikumsstellen begleiten. Im Streifen sollen auch fiktive Bewerbungsgespräche enthalten sein, bei denen aber nur der Part der Schüler auf der Leinwand läuft. „Eltern sehen zum Beispiel auf diese Weise: Wie wirkt mein Kind in einer solchen Situation?“, erklärt Frederik Göke. Schulleiterin Vetter hofft: „Eltern von Hauptschülern sind nicht selten recht reserviert, was den Weg ihrer Kinder in die Berufswelt angeht.

Mütter und Väter
ins Boot holen

Durch das Medium Film möchten wir Väter und Mütter mit ins Boot bekommen, damit sie sich mit der Zukunft ihrer Sprösslinge beschäftigen.“

In der Eingangssequenz des Streifens werden Justus-von-Liebig-Schüler in verschiedenen Sprachen einen Satz des Artikels 3 des Grundgesetzes sagen(„Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden.“)

In der Schlussszene gehen die jungen Leute durch die Fußgängerzone und fragen Passanten: „Wer war Justus von Liebig?“ Den Rest dazwischen wird Frederik Göke nun mit der Film-AG entwickeln.

 
 

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