Große Hilfe für Suchtkranke in Neukirchen-Vluyn

Walter Hahn und Hannelore Hähnle vom Vorstand der Guttempler danken Guido Lohmann, Dr. Georg Berns und Bürgermeister Harald Lenßen (von links nach rechts) für die Spende.
Walter Hahn und Hannelore Hähnle vom Vorstand der Guttempler danken Guido Lohmann, Dr. Georg Berns und Bürgermeister Harald Lenßen (von links nach rechts) für die Spende.
Foto: Funke Foto Services
Die Guttempler werden auch zukünftig finanziell unterstützt. Die Sponsoren hatten gerade erst neue Fenster für ihr Gebäude am Klingerhuf ermöglicht.

Neukirchen-Vluyn.. Die pure Freude war Hannelore Hähnel und Walter Hahn vom Vorstand der Guttempler anzusehen. Gerade hatten der Vorstandsvorsitzende der Volksbank am Niederrhein, Guido Lohmann, und Dr. Georg Berns vom lebensmitteltechnischen Labor Berns mitgeteilt, dass sie die emsigen Ehrenamtler auch künftig finanziell unterstützen wollen. Die Sponsoren hatten just dafür gesorgt, dass die Guttempler neue Fenster für ihr Gebäude am Klingerhuf bekommen haben.

Im Winter habe man die Räume kaum nutzen können, weil es durch die Fenster pfiff und immer kalt war. „Wir konnten die Jacken nicht ausziehen“, sagt Hannelore Hähnel. Also ist sie mit Walter Hahn bei der Stadt vorstellig geworden, um nach Hilfe zu fragen. Geld hatte Bürgermeister Harald Lenßen zwar auch nicht im Stadtsäckel, aber er wusste, bei wem er anrufen konnte. Prompt kamen die 2000 Euro zusammen. Jetzt sind die neuen Fenster drin. Guido Lohmann bezeichnete es vor dem Hintergrund sozialer Notlagen anderer Menschen als „eine Pflicht, das Ehrenamt zu unterstützen“.

Sensibler Bereich

Womöglich steht als nächstes Projekt die Reparatur der 25 Jahre alten Heizungsanlage an. Seit elf Jahren hat die Guttempler-Gemeinschaft ihren Sitz am Klingerhuf im ehemaligen Bademeisterhaus aus der Freibad-Zeit, ein Bungalow, rechts neben der Tennishalle.

Das Gebäude stellt die Stadt der Gruppe zur Verfügung, für die Betriebskosten müssen die Ehrenamtler selbst aufkommen. Und genau da liegt auch das Problem. Denn Geld haben sie nicht, zumindest nicht genug, um davon alles bezahlen zu können. Bei den Seminaren für ihre Mitglieder müssen sie schon mächtig knapsen.

Das Problem: Vielen ist gar nicht klar, was die Guttempler überhaupt machen. „Ich kannte die gar nicht, bevor der Bürgermeister angerufen hat“, gibt Georg Berns zu. In Neukirchen-Vluyn besteht die Gruppe aus 16 Personen. Wesentliche Aufgabe ist die Arbeit mit Suchtkranken. Deren Probleme: Alkohol, Tabletten, Drogen. „Eine Suchtselbsthilfegruppe muss jede Gemeinschaft haben“, erklärt der Vorsitzende Walter Hahn. Treffen ist in Neukirchen-Vluyn jeweils donnerstags. „Das ist ein sehr sensibler Bereich“, weiß Hahn.

Insofern drängt er sich beim ersten Kontakt auch nicht auf. Der Antrieb muss von den Betroffenen kommen. Die Guttempler bieten Gespräche an, sie sind zudem sehr gut vernetzt mit entsprechenden Fachkliniken in Krefeld und Duisburg. Dort können von jetzt auf gleich Aufenthalte in den Stationen für Entgiftung und für Therapie vermittelt werden.

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