Fünf Jahre für den Messer-Angriff

Foto: ddp
34-Jähriger Sinti aus Viersen wollte einem 20-Jährigen wegen des Kontakts zu einer 12-Jährigen das Gesicht zerschneiden.

Homberg.  Weil er dessen 12-jährige Stieftochter nicht in Ruhe ließ, verfolgte ein 34-jähriger Sinti aus Viersen am 8. Juli 2011 einen 20-jährigen Moerser mit dem Auto. An einer Ampel in Homberg holte er ihn ein und brachte ihm mit dem Messer mehrere Schnittverletzungen bei.

Das Landgericht Duisburg verurteilte den Angreifer jetzt wegen gefährlicher Körperverletzung zu fünf Jahren Gefängnis. Die Tat, die sich an der Kreuzung Duisburger und Moerser Straße zutrug, war zunächst als versuchter Totschlag angeklagt gewesen. Doch am Ende der viertägigen Verhandlung sah das Gericht diesen Vorwurf nicht als erwiesen an.

Die Version des Angeklagten, er habe das Opfer nicht töten wollen, sondern ihm nur nach Sinti-Art eine Gesichtsverletzung beibringen wollen, um den 20-Jährigen als unehrenhaften Mann zu kennzeichnen, blieb unwiderlegt. Es sprach sogar einiges für diese Darstellung: Der Moerser hatte bei dem Überfall auf sein Auto vor allem versucht, sein Gesicht zu schützen, was zu der Darstellung, er habe um sein Leben gefürchtet, nicht so recht passen wollte.

Der Angeklagte hatte zuvor erfahren, dass der 20-Jährige sich zu seiner erst 12-jährigen Stieftochter hingezogen fühlte. Alle Versuche, dem illegalen Treiben mit Hilfe der Justiz Einhalt zu gebieten, waren zuvor gescheitert.

Immer wieder um das Haus herumgestrichen

Auch am Tattag war der Moerser wieder um das Wohnhaus der Familie in Viersen gestrichen und dabei vom Angeklagten gesehen worden. Der hatte unverzüglich die Verfolgung aufgenommen. Das Messer hatte der Angeklagte angeblich bereits in der Tasche, weil er es zum Schneiden von Grillfleisch benutzt hatte.

Ein Gutachter hatte - trotz der angeblichen Alkoholisierung des Angeklagten zur Tatzeit - keine Anhaltspunkte für eine strafmildernde Einschränkung der Schuldfähigkeit gesehen. Das Schwurgericht hielt dem Angeklagten zwar zu Gute, dass er als Stiefvater um das Wohl seiner Tochter besorgt gewesen sei, eine derartige Selbstjustiz könne aber nicht geduldet werden.

 
 

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