Freigänger der JVA Moers war Gärtner einer riesigen Hanfplantage

Der Zoll hat in Kaldenkirchen im Kreis Viersen eine riesige Hanfplantage mitten in einem Wohngebiet entdeckt und stillgelegt.
Der Zoll hat in Kaldenkirchen im Kreis Viersen eine riesige Hanfplantage mitten in einem Wohngebiet entdeckt und stillgelegt.
Foto: Polizei Düsseldorf
Zollfahnder haben eine der größten Drogenplantagen der vergangenen zehn Jahre ausgehoben. In Kaldenkirchen haben die Beamten eine Plantage mit mehr als 5000 Pflanzen entdeckt. Gepflegt haben soll sie ein Freigänger der JVA Moers, der nun wieder in U-Haft sitzt.

Moers/Kaldenkirchen.. Für den 51-jährigen Freigänger der Justizvollzugsanstalt Moers-Kapellen stand der Entlassungstermin schon fest, aber er sitzt unfrei in U-Haft: Zollfahnder brachten ihn hinter Gitter, als sie jetzt in Kaldenkirchen eine der größten Drogenplantagen der letzten zehn Jahre aushoben. Der Häftling hatte sich dort als „Gärtner“ um die 5000 Hanfpflanzen gekümmert.

Laut Elke Krüger, Leiterin der JVA Kapellen, stand der 51-Jährige in der Ausbildung zum Fachlageristen, war in der JVA als äußerst hilfsbereit bekannt und kümmerte sich um die Anstaltskatzen. Dass er sich – gewissermaßen nebenberuflich – als Gärtner verdingte, hatte in der Anstalt niemand geahnt. Elke Krüger seufzte: „Wenn es wenigstens Weihnachtsbäume gewesen wären...“

Anlagen haben einen enormen Energiebedarf

Laut Ulrich Schulze von der Zollfahndung handelt es sich bei der in Kaldenkirchen ausgehobenen Plantage um eine hoch professionelle Anlage. Düngung, Bewässerung, Belüftung – alles lief automatisch. Schulze: „Da wurde viel Geld investiert.“ Die Zollfahndung spricht von mehreren Zehntausend Euro, die in die Hand genommen wurden, um die Plantage mitten im Ort in einer ehemaligen Druckerei einzurichten. Geahnt hatten die Kaldenkirchener von den blühenden Landschaften in ihrer Nachbarschaft offenbar nichts – die alte Druckerei liegt inmitten der Wohnbebauung.

Das Problem solcher Hanfplantagen ist ihr enorm hoher Energiebedarf. Den Strom „besorgen“ sich die Anbauer regelmäßig, indem sie fremde Zähler anzapfen; zur Wasserversorgung war in Kaldenkirchen eigens ein Brunnen gebohrt worden. Die Fahndung nach den Hintermännern geht weiter – denn der Ex-Freigänger war ja nur der Gärtner.

 
 

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