Filmdreh in Moers in nur 24 Stunden

Beim Abschluss des Spontanfilmfestivals auf der Wiese hinter dem Rathaus spielt Hannah Stienen auf der Gitarre.
Beim Abschluss des Spontanfilmfestivals auf der Wiese hinter dem Rathaus spielt Hannah Stienen auf der Gitarre.
Foto: Christoph Karl Banski

Moers..  Binnen 24 Stunden ein Filmkonzept zu erstellen, dieses umzusetzen, zu schneiden und dann noch die dazu passende Musik zu komponieren ist unmöglich? Auch dieses Jahr haben 25 junge Leute gezeigt, dass es geht. Das SpontanFilmFestival ging dieses Wochenende in die siebte Runde. Unter dem Motto „Raus mit der Sprache“ sind vier einzigartige und völlig unterschiedliche Kurzfilme entstanden.

Samstagabend wurden die Ergebnisse vor Publikum hinter dem Rathaus präsentiert. Zuvor wurden im Verlauf des Freitags die Teilnehmer durch Losverfahren in vier Kleingruppen eingeteilt. Im Anschluss wurden Ideen gesammelt, das Konzept erstellt und die Szenen abgedreht.

„Die miese Krise“

Genauso unterschiedlich wie die Charaktere in den Kleingruppen waren, sind auch die verfilmten Ergebnisse geworden. Eine zweite Gruppe hat sich für eine Politsatire entschieden: Hauptinhalt das Griechenlandproblem. Unter dem Titel „Die miese Krise“ wurde visuell eine Diskrepanz zwischen den gesprochenen Worten eines Politikers und deren Umsetzung dargestellt. Adam, ein Mitwirkender dieses Films, erklärte: „Es ging darum, die Widersprüchlichkeit der Politik darzustellen. Die Politiker sagen das eine, aber es passiert etwas anderes. Genau das wollten wir mit unserer Politsatire zeigen.“ Mit seinen 33 Jahren ist er der älteste Teilnehmer gewesen. Um am SpontanFilmFestival teilzunehmen, ist er mit seiner Freundin extra von Düsseldorf nach Moers gekommen. „Es macht super viel Spaß. Man erstellt nachmittags das Konzept und abends fängt man dann an zu drehen. Je länger die Nacht wird, desto verrückter werden die Ideen und man fängt an, immer mehr frei zu drehen“, erzählt er.

Samstagabend wurden die vier Ergebnisse im Rahmen einer kleinen Premiere auf dem Gelände hinterm Rathaus allen Interessenten gezeigt. Nach einer kleinen Gitarrenmusikeinlage wurden zunächst die Kurzfilme präsentiert und dann die Gruppen vorgestellt. Hannah war zum ersten Mal dabei und arbeitet in ihrer Gruppe mit mehreren „alten Hasen“ zusammen: „Es hat viel Spaß gemacht. Durch die Erfahrungen der anderen hatten wir viele unterschiedliche Aspekte in der Ideenfindung, die wir dann irgendwie versucht haben zu verbinden.“ In ihrem Film „Abgespaced“ haben sie verschiedene Umgangssprachen von Jugendlichen dargestellt.

Ehrgeiz nicht an erster Stelle

Nicht der Ehrgeiz oder eine Prämierung stehen beim SpontanFilmFestival an oberster Stelle, sondern der soziale Aspekt. Mark Bochnig vom Kinder- und Jungendbüro der Stadt Moers erklärt: „Hier geht es zu 70 Prozent um die sozialen Komponenten wie Gruppendynamik und neue Leute kennenlernen. Es soll kein Konkurrenzkampf herrschen. Die Leute können hier zeigen, wie viel man in 24 Stunden schaffen kann und wenn dann auch noch langhaltende Bekanntschaften entstehen, ist der Sinn erfüllt.“ Zusammen mit dem ehrenamtlich tätigen Christian Spieß, technischer Leiter, organisiert Mark Bochnig das Festival. Mit drei weiteren Engagierten betreuen sie die jungen Leute auf dem Weg zum fertigen Filmergebnis.

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