Feierliche Verleihung des Literaturpreises

Moers..  „Am Meer“ – zwei kurze Worte, die literarisch gesehen großen Spielraum bieten. Diese Worte bildeten das Thema des diesjährigen Moerser Literaturpreises, der am Sonntag im Martinstift an drei Autoren aus der Region verliehen wurde. Es war die 19. Auflage des Preises, der von der Moerser Gesellschaft zur Förderung des literarischen Lebens und der Volksbank Niederrhein ins Leben gerufen wurde. „Für Moers als Kulturstadt ist das unser Beitrag für die Förderung der örtlichen Kultur“, sagte Mariella Weber, Vorsitzende der Moerser Gesellschaft.

Vor allem junge Autoren möchte man mit dem Preis ansprechen, daher gab es eine Altersbeschränkung von 16 bis 45 Jahren. Jedes Jahr steht der Preis unter einem anderen Motto. Die Texte mussten jetzt das maritime Thema erfüllen. Weber: „Wir wollten ein Thema haben, das zwar eingrenzt, aber gleichzeitig auch vielfältig zu interpretieren ist.“

Über die Preisvergabe entschied eine fünfköpfige Jury, der jeder Text anonym vorgelegt wurde. Maximal fünf Seiten durfte der Text umfassen. Rund 60 Einsendungen gingen ein. Mariella Weber ist damit zufrieden: „Der Preis ist über Moers hinaus bekannt geworden. Die Texte kommen vom gesamten Niederrhein.“

Moderiert wurde die Veranstaltung von Andrea Reichert von der Moerser Gesellschaft. Sie saß auch in der Jury. „Wenn jeder jeden Text gelesen hat, stellen wir uns gegenseitig unseren Favoriten vor. Oft gibt da Übereinstimmungen und wenn es um die letztendliche Entscheidung ging, stellten wir uns die Frage, wer hat uns wirklich gepackt“, erklärt Reichert. Rund 150 geladene und neugierige Gäste kamen zur Verleihung. Zu Beginn und zwischen den Lesungen spielte das Jazz-Duo Jana DeBusk und Miguel Angel.

Den dritten mit 750 Euro dotierten Platz belegte Sabine Frambach aus Mönchengladbach. Die Sozialpädagogin hat bereits an vielen literarischen Wettbewerben teilgenommen. „Ich bin ein bisschen aufgeregt, aber positiv“, sagte Thorben Utermann. Mit dem Text „Der Weg zum Meer“, belegte er den zweiten Platz. 1000 Euro erhielt er für seine Kurzgeschichte. Im Gegensatz zu seinen Konkurrenten nahm der 25-Jährige erstmals an einem Literaturwettbewerb teil. Neben dem Studium arbeitet Utermann als freier Mitarbeiter bei der NRZ in Dinslaken. „Ich wollte einmal ausprobieren wie es ist, eine fiktive Geschichte zu schreiben“, sagte Utermann.

Auch der Erstplatzierte Benedikt Ketelaer war nervös, obwohl es nicht der erste Wettbewerb für den hauptberuflichen Lehrer war: „Es ist einfach etwas komplett Anderes, seinen Text vorzulesen, als ihn nur zu schreiben.“ 2600 Euro bekommt er für seine Geschichte „Lagerkoller“.

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