Fahrradwerkstatt für den guten Zweck

Foto: WAZ FotoPool

Moers..  Ein toller Anblick, etwa 200 gebrauchte Fahrräder, eng gestellt in einer Moerser Lagerhalle. Vielleicht nicht alle schön, manche haben ein paar Rostflecken oder Dellen. Aber alle fahren gut und sind verkehrssicher. Noch besser ist: Sie alle sind gespendet für einen guten Zweck. Die Drahtesel werden nach Alesd in Rumänien gebracht. Dort baut der Ev. Kirchenkreis Királyhágómellék gemeinsam mit dem Diakonischen Werk Kirchenkreis Moers eine Fahrradwerkstatt auf. Die Erlöse aus der Werkstatt und dem Verkauf von Fahrrädern gehen an ein Waisenhaus im rumänischen Alesd.

Zu dem enormen Spendenaufkommen haben die Veröffentlichungen in den Zeitungen und im Internet sowie die Weitergabe über Bekanntenkreise geführt. Die Fahrräder kommen nicht nur aus Moers, Rheinberg, Duisburg und Kamp-Lintfort sondern auch aus Wesel, Goch, Krefeld, vom ganzen Niederrhein, aus Essen und sogar aus Niedersachsen. Zehn sind aus Lingen gekommen. „Und eine richtige Rennmaschine habe ich aus dem belgischen Ostende“, erzählt Horst Manja, einer der Koordinatoren der Aktion. „Sein 65-jähriger Spender ist früher Rennen gefahren und als er von der Aktion gehört hat, dachte er ‚Wenn ich einen jungen Menschen in Rumänien dafür begeistern kann, Rennen zu fahren, dann sponsere ich ihn gern.’“

Zu vielen Radspenden kennt Manja die Geschichten. Besonders in Erinnerung ist ihm die, in der ein Junge, der aus seinem Rad noch nicht herausgewachsen war, seinen Vater bat, das Fahrrad anderen, die es nötiger hätten als er, zu geben.

In Rumänien werden in einem ersten Schritt die Fahrräder verkauft. Denn zuerst muss die Werkstatt in der ehemaligen Dorfschule in Ordnung gebracht werden. Kosten: 8000 Euro.

Im zweiten Schritt werden Jugendliche aus Alesd nach Moers kommen, um zu lernen, wie Fahrräder repariert und verkehrssicher gemacht werden. Lohnt sich das alles, werden die Fahrräder überhaupt benötigt? „Der Bedarf ist geklärt“, erklärt Manja, einer der Geschäftsführer der „Wert.Arbeit GmbH“ und Aufsichtsratsvorsitzender der Tuwas Genossenschaft. „Wir haben einen Wirtschaftsplan entwickelt.“ Damit das alles auf deutscher Seite gelingen kann, arbeiten drei Institutionen zusammen: Die Tuwas Genossenschaft eG, das Diakonische Werk Kirchenkreis Moers und die Gesellschaft Wertarbeit. Begutachtet und gegebenenfalls repariert werden die gespendeten Fahrräder für die Startphase im Fahrradreparaturbetrieb der Moerser Arbeitsloseninitiative „Malz“. Wer noch Fahrräder spenden möchte: 02841/100-145, oder bei Tuwas, Kronprinzenstraße 55, 02841/502020.

 
 

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