„EK Faust“ fasst jugendliche Straftäter

Moers.. Nach brutalen Überfällen im Januar wurde eine Ermittlungskommission der Moerser Kripo gebildet. 19 Taten sind aufgeklärt.

Vier Männer, ein Na­me, ein Ziel: Die Ermittlungskommission „EK Faust“ der Moerser Kripo wurde Ende Ja­nuar gegründet, um den Raubüberfällen auf Jugendliche ein Ende zu bereiten. Zwei Monate später lautet die Erfolgsstatistik: rund ein Dutzend Täter ermittelt, davon drei in Untersuchungshaft, 19 aufgeklärte Überfälle. Und die Arbeit der „EK Faust“ ist noch nicht be­endet.

Drei schwere Raubüberfälle an 22. und 23. Januar an der Greefstraße in der Innenstadt und an der Kirschenallee führten zur Gründung der „EK Faust“. Immer wurden die Opfer mit einem Messer be­droht, teilweise zu Boden ge­schlagen und getreten. Ein 16-Jähriger musste mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht werden. Daraufhin bildete sich die „EK Faust“ – vier Kripo-Beamte ermittelten gezielt gegen die jugendlichen Täter. Leiter der EK war Kriminalhauptkommissar Rainer Breitenberger.

Pistolen, Messer und Schlagstöcke

„Wir hatten als Ermittlungsansätze die geraubten Handys, die Täterbeschreibung und die Kenntnisse des Täterbereichs“, so Breitenberger. Will heißen: Möglicherweise wa­ren die Täter unter den Ju­gendlichen zu suchen, die sich am Königlichen Hof und am Bahnhof aufhalten. „Wir kannten auch einige, die in diesen Kreisen verkehrten und hatten relativ schnell einen Tä­ter ausfindig gemacht.“

Es folgten zwei Monate in­tensivster Ermittlungsar­beit; ein Hinweis führte zum nächsten, jede Vernehmung brachte neue Hinweise. Durchsuchungen förderten unter anderem eine Schreckschuss- und eine Softair-Pistole zutage, zu der Bewaffnung der Täter zählten auch Messer und Schlagstöcke. Der Großteil der jugendlichen Straftäter stammt aus Meerbeck und Hochstraß und hat, wie es heute heißt, einen Migrationshintergrund.

In der Schule gefehlt und keine Ausbildung

„Einer war dabei, den nennen wir Deutscher“ – so kam die „EK Faust“ auf die Spur eines 19-Jährigen, der jetzt in U-Haft sitzt. Die Tätergruppe zeichnet sich durch Gemeinsamkeiten wie hohe Fehlzeiten in der Schule aus. Einige flogen bei Maßnahmen sozialer Träger wegen Unpünktlichkeit raus. Rainer Breitenberger: „Die Überfälle sind für sie vom Gefühl her das Normalste von der Welt.“

Oft beginnt es mit der Frage nach der Uhrzeit oder einer Zigarette, aber es wurde auch relativ schnell zugegriffen und geschlagen. „Meistens war ein Älterer dabei, der die anderen mitgezogen hat. Die Älteren waren polizeibekannt, die Jüngeren haben von ihnen ge­lernt“, so der Leiter der EK. Die Einsichtsfähigkeit bei den Tätern sei „gleich null“.

Die Arbeit der vier Kriminalisten ist fast abgeschlossen, die 14-Stunden-Tage, oft ohne Pause von 7 bis 21 Uhr, weichen dem normalen Dienst. Die Zahl der Überfälle ist massiv zurück gegangen.

 
 

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