Ein Verkehrsmuseum für Kamp-Lintfort?

So sieht es in Speyer aus. In ein paar Jahren auch in Kamp-Lintfort?
So sieht es in Speyer aus. In ein paar Jahren auch in Kamp-Lintfort?
Foto: WP
Der Moerser Norbert Hartmann hat auf 18 Seiten seine Idee begründet und den Verantwortlichen vorgelegt. Vorbild ist das Technikmuseum in Speyer.

Kamp-Lintfort/Moers..  An Ideen mangelt es dem Ruheständler Norbert Hartmann jedenfalls nicht: soeben hat er seinen Fantasy-Roman „Der späte Zorn der Magdalena Felken“ im Selbstverlag veröffentlicht, drei weitere Manuskripte warten auf Vollendung. Und so nebenbei macht er sich Gedanken. Über viele Dinge. Auch über die Umnutzung des Geländes des Bergwerks West. Und wenn sich der ehemalige Sparkassen-Mitarbeiter Gedanken macht, dann macht er das richtig. Auf 18 eng beschriebenen Seiten unterbreitet er dem Bürgermeister Kamp-Lintforts, den Fraktionen und dem Land NRW seine Idee: Nach dem Vorbild des Technik-Museums in Speyer soll auf dem Gelände ein Verkehrsmuseum entstehen. Und zwar eines, das keine Zuschüsse braucht, sondern sich selbst finanzieren kann, weil es Spaß- und Erlebnischarakter hat und zu dem eine Kirmes und ein Park gehören sollten. In Speyer, weiß der vielseitig interessierte Mann, werden 20 Euro Eintritt gezahlt. Das Land müsste also nur bei der Anschubfinanzierung helfen, erläutert er. Die Chance, dass dieses Projekt Wirklichkeit werden könnte, sieht der Moerser selbstbewusst bei 50 Prozent.

„Ich hätte das Museum lieber als Attraktion in Moers gesehen, aber hier gibt es keine entsprechenden Flächen“, erklärt Hartmann, „Eurotec ist ja vergeben.“ Auf dem Gelände der Zeche war er noch nicht: „Aber ich kenne die Örtlichkeiten vom Durchfahren gut und habe es mir auf Google Maps auch genau angesehen.“ Wobei der 61-Jährige betont, dass die Idee mit dem Verkehrsmuseum keineswegs ein Männerspielzeug sein soll. „Es geht doch gar nicht um alte Autos, sondern um einen Publikumsmagneten“, findet er, der sich selbst auch nicht als Autonarr bezeichnen würde. Bei seinen drei Besuchen in Speyer habe er festgestellt, dass die Damenwelt auch an Motorrädern interessiert sei. „Museen funktionieren dann nicht, wenn sie thematisch zu eng gefasst sind“, ist er sicher.

Alte Traktoren

Kein Problem sieht er darin, an Exponate zu kommen, auch wenn er selbst nichts mit Oldtimern, Fliegern oder Eisenbahnen zu tun hat. Nur auf die Concorde, wie sie in Speyer zu sehen ist, würden die Kamp-Lintforter realistischerweise verzichten müssen: „Da kommt man nicht mehr dran.“ Dafür habe sein Bruder alte Traktoren restauriert, die er zur Verfügung stellen könnte. Wie er überhaupt überzeugt ist, dass Sammler ihre guten Stücke als Dauerleihgabe gern einem Museum überlassen würden.

Der heikelste Punkt in seinem Konzept sind nach seiner Einschätzung die Eigentumsverhältnisse beim Zechengelände, wenngleich Hartmann in seinem Konzept ausführlich erläutert, dass ein Verkehrsmuseum besonders gut zum Leitbild der RAG passen würde.

Kamp-Lintforts Wirtschaftsförderer Dieter Tenhaeff hat noch keine Vorstellung, welche Chancen er dem Vorschlag einräumt: „Wir müssen das prüfen und die Akteure sind alle im Urlaub.“ Es sei auch keineswegs der erste Vorschlag zur Nachnutzung: „Man hat uns auch einen Streichelzoo vorgeschlagen oder den Anbau seltener Gräser.“ Vom Tisch gewischt haben jedenfalls weder er noch Bürgermeister Christoph Landscheidt das Konzept Hartmanns. Was auch immer letztlich passiert: „Ideen gehören nicht in die Schublade“, sagt Norbert Hartmann sich immer.

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