„Ein Glücksfall für die Theologie“

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Moers..  Am Samstag werden es 10 Jahre, dass die Theologin und Sprachwissenschaftlerin Dorothee Sölle während eines Seminars zum Thema „Gott und das Glück“starb. „Sölle war ein Glücksfall für die Theologie, auch wegen ihrer Sprache“, so formulierte es kürzlich die langjährige Freundin Dr. Ursula Baltz-Otto, zugleich Herausgeberin der Werkausgabe mit allen Büchern von Dorothee Sölle.

Von der Kraft von Dorothee Sölles ist bis heute der Mitarbeiter im Neuen Evangelischen Forum Kirchenkreis Moers, Hinrich Kley-Olsen, beeindruckt. Hinrich Kley-Olsen hält die Theologie von Dorothee Sölle für so bedeutend, das er die Internetseite www.dorothee-soelle.de aufbaute und bis heute pflegt. Er war über dreieinhalb Jahre einer der Promotoren des gewaltfreien Widerstands gegen atomare Hochrüstung in Mutlangen. Seine Mutter, Luise Olsen, wie Dorothee Sölle Germanistin, wurde 1985 zusammen mit Dorothee Sölle vor dem Atomraketenlager in Mutlangen bei einer gewaltfreien Aktion nach einem Gottesdienst festgenommen und bis zur Personalienaufnahme hatten die beiden Zeit, sich kennenzulernen. Luise Olsen begann zu diskutieren und zu erklären, warum sie als Juristentochter dennoch zum Mittel des zivilen Ungehorsams greifen würde. Luise Olsen: „Hans und Sophie Scholl waren meine Kommilitonen und wir wurden in einen Hörsaal gesperrt, als die beiden 1943 festgenommen wurden. Doch was habe ich mir dabei gedacht und vor allem, was habe ich mir danach nicht gedacht, warum keinen eigenen Weg in den Protest gegen die Nazi-Diktatur gefunden?“

Dorothee Sölle stand für einen anderen Protestantismus und ihre Fragen an unser Handeln heute bleibt wichtig und herausfordernd. „Ihre Texte sprechen direkt ins Herz, deshalb möchte ich gerade auch in dem für alle erreichbaren Medium Internet an diese bedeutende Theologin erinnern“, so Kley-Olsen. Zurzeit ist er mit Vorträgen über Dorothee Sölle im Kirchenkreis unterwegs und für Samstag, 27. April, hat er unter dem Titel „grundlos glücklich“ eine Konzertlesung mit Texten von Dorothee Sölle, gelesen von deren Freundin Viola Gabor zu Gesang und Musik organisiert: 19.30 Uhr, evangelisches Gemeindezentrum Hülsdonk, Kranichstraße 1. Karten: zwölf Euro.

 
 

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