Ein Botschafter, kein Missionar

Achim Tang zieht für ein Jahr als Improviser in Residence nach Moers. Foto: Volker Herold / WAZ FotoPool
Achim Tang zieht für ein Jahr als Improviser in Residence nach Moers. Foto: Volker Herold / WAZ FotoPool
Foto: Waz FotoPool

Moers.. Jeder Mensch kann Musik machen.Wer sich gestattet, spontan und kreativ zu sein, für den ist es nie zu spät. Davon ist Achim Tang, Musiker, Musikpädagoge und neuer Improviser in Residence in Moers, überzeugt.

Der 52jährige Kölner ist in Moers kein Unbekannter. Dass die Wahl in diesem Jahr auf den Kontrabassisten fällt, kommt nicht von ungefähr.

Seit vier Jahren kommt Tang im Vorfeld des moers festivals in die Stadt, um im Rahmen von nimm! (NetzwerkImprovisierte Musik Moers) gemeinsam mit Kindern und Jugendlichen improvisierte aktuelle Musik zu machen. Die Ursprungsidee: das Festival nachhaltiger in der Stadt zu verankern. Denn für viele Moerser landet das Pfingst-Spektakel auch nach 39 Jahren noch wie ein Ufo. Statt Marsmännchen steigen Musiker aus, tauchen die Stadt in ein buntes Klangmeer und reisen vier Tage später wieder ab.

Für Festivalchef Reiner Michalke ist das Jahr vier der Improviser in Residence ein besonderes, „weil in diesem Jahr die Förderung der Bundeskulturstiftung für das nimm!-Projekt ausläuft.“ Auch, damit das Projekt alleine laufen lernt, fiel die Wahl auf Tang. Der Musiker ist gleichzeitig erfahrener Musikpädagoge, arbeitet in Köln in Schulprojekten mit und hat in Moers bereits Erfahrungen mit Schulen gesammelt. Dabei geht es auch um Weiterbildung für Lehrer. „Das ist für dieses Jahr die spezielle Aufgabe, die wir zu stemmen haben“, so Michalke. Tang sei dafür der Richtige, „ein Botschafter, kein Missionar.“

„Ich bin ein
Bass-Mensch“

Der gebürtige Berliner fand erst im Alter von 25 Jahren zu seinem Instrument. „Ich bin ein Bass-Mensch. Der Kontrabass ist unglaublich vielfältig, mit ihm kann ich alles, was ich im Kopf habe, realisieren.“ Dabei interessieren Tang keine Schubladen. „Ja, ich bezeichne mich als Jazz-Musiker. Allerdings sehe ich Jazz nicht als einen stilistischen Begriff, sondern als Haltung. Die steht dafür, Musik immer wieder weiterzuentwickeln.“ Anfang Februar zieht Tang in das kleine Häuschen zwischen Kindergarten und St. Josef-Kirche, darin wohnen wird er allerdings nur fünf Tage in der Woche.„Ich habe noch langfristige Schulprojekte in Köln, die ich weiterbetreuen muss.“

Die Pläne des neuen Improvisers - neben Komponieren und Konzerte geben: ein permanentes Ensemble für improvisierte Musik an der Musikschule einrichten, und: „Menschen kennenlernen.“ Erste Gelegenheit dazu gibt es am Mittwoch, 9. Februar, 20 Uhr, im Café Mondrian beim Begrüßungskonzert mit kammermusikalischem Ensemble. Dass Tang bereits gelandet ist, werden auch die Theaterzuschauer beim nächsten Stück: „Die unsichtbare Hand“ (Premiere: 10. Februar) merken. An der Musik für die Greb’sche Inszenierung arbeitet Tang bereits.

 
 

EURE FAVORITEN