Drei Männer und ein Bild

Künstler Thomas Baumgärtel in der Galerie Peschkenhaus in Moers. Foto: Bernd Lauter / WAZ FotoPool
Künstler Thomas Baumgärtel in der Galerie Peschkenhaus in Moers. Foto: Bernd Lauter / WAZ FotoPool
Foto: WAZ FotoPool

Moers.. Peschkenhaus zeigt ab Sonntag Ausstellung mit Bildern der „Könige“: Thomas Baumgärtel, Thitz und M. S. Bastian.

Dieses Maß an kreativem Willen auf kleinstem Raum beeindruckte selbst Thomas Baumgärtel: Vier Meter und neunzig breit war das größte angelieferte Bild der drei „Könige“ Baumgärtel, Thitz und M. S. Bastian und damit im Dachgeschoss des altehrwürdigen Peschkenhauses eigentlich nicht zu hängen. Eigentlich. Es sei denn, man hängt die überstehenden zehn Zentimeter einfach um die Ecke. „Da hätte keiner der Könige was gegen“, beruhigte der als Bananensprayer bundesweit bekannt gewordene Baumgärtel am Mittwoch bei der Vorbesichtigung Kuratorin Monika Jaklic.

Drei Künstler
malen ein Bild

Dass mit der am Sonntag beginnenden Ausstellung „Die Könige“ einer ihrer Herzenswünsche in Erfüllung geht, daraus macht Jaklic keinen Hehl: „Eigentlich wollte ich Baumgärtel ja alleine haben, aber das hätte erst 2012 oder 2013 geklappt.“ Jetzt hat Moers drei Künstler-Könige zu Gast, deren Bilder nicht nur in ihrer Art, sondern auch in ihrer Entstehung einzigartig sind.

1998 fanden sich Baumgärtel, Thitz und M. S. Bastian und gründeten die Künstlergruppe „Könige der Herzen“. Was als Gemeinschaftsarbeit mit hin- und hergeschickten Postkarten begann, hat mittlerweile nicht allein vom Format her faszinierende Ausmaße angenommen. Einer des Trios beginnt ein Bild, schickt dieses dem Zweiten zum Weitermalen und der lässt das halbfertige Werk dem Dritten zukommen, der das Bild – vorerst – vollendet. So entstehen jene intensiven, den Betrachter stets fesselnden Bilder, die nicht nur mitunter mächtig Spaß machen, sondern auch viel zu erzählen haben. Denen man jenen spannenden kommunikativen Prozess ansieht, von dem Baumgärtel selbst immer wieder überrascht ist. „Man muss auch schon mal damit rechnen. dass das, was man gemalt hat, ganz verschwindet.“ Baumgärtel-Bananen, Titz-Tüten und Bastian-Pulps erzählen immer neue gemeinsame Geschichten, schicken die Botschaft von der Freiheit der Kunst auf die Reise. Immer wieder geht es um Dialog, um das, was Menschen bewegt. So finden sich neben fröhlich-ironischen Bildern in der Moerser Ausstellung auch eine Reihe düsterer Bilder, die in den Tagen nach der Katastrophe in Japan zu Ende gemalt wurden. „Das war so frisch, das kann man dann nicht raushalten“, so Baumgärtel.

Natürlich kontrollierte der gebürtige Rheinberger bei seinem Besuch auch, ob seine vor drei Jahren gesprühte Banane an der Fassade des Peschkenhauses noch ordentlich gelb und sichtbar ist. „Ist sie“, so Baumgärtel, der ebenso wie seine beiden Kollegen Thitz und M. S. Bastian am Sonntag bei der Eröffnung nicht da sein kann. Dafür wird es am 25. Juni ein Königstreffen geben - dann aber mit allen Dreien.

 
 

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