Die Stadt Moers will neue Stellen schaffen

Die offenen Einrichtungen für Kinder übernehmen wichtige Aufgaben, zum Beispiel bei der Integration. Dieses Bild stammt aus dem „Seestern“ der Grafschafter Diakonie.
Die offenen Einrichtungen für Kinder übernehmen wichtige Aufgaben, zum Beispiel bei der Integration. Dieses Bild stammt aus dem „Seestern“ der Grafschafter Diakonie.
Foto: Funke Foto Services
In den städtischen offenen Einrichtungen für Kinder ist die Personaldecke dünn. Die Rentenversicherung beanstandet den aktuellen Einsatz von Honorarkräften

Moers..  Die fünf städtischen offenen Einrichtungen für Kinder brauchen dringend mehr Personal, sonst droht beispielsweise die vorübergehende Schließung, wenn Mitarbeiter erkranken. Deshalb schlägt die Stadtverwaltung vor, 2017 insgesamt 2,5 neue Planstellen zu schaffen. Die Kosten belaufen sich auf 150 000 Euro. Besprochen werden soll der Vorschlag im Sozialausschuss am 14. Juni, 16 Uhr, im Ratssaal.

Acht Einrichtungen

Insgesamt gibt es in Moers acht offene Einrichtungen für Kinder. Fünf davon betreibt die Stadt, und hier ist die Personaldecke in den vergangenen Jahren immer dünner geworden, wie die Verwaltung in der Vorlage zum Sozialausschuss darstellt. Grund für die personelle Schieflage ist demnach der Wegfall der Praktikantinnen vor einigen Jahren. Bis dahin wurden vor allem Sozialpädagoginnen nach dem Studium für ein Jahr vollschichtig beschäftigt. Dann jedoch fiel diese Möglichkeit weg. Die Stadt sieht das heute so: „Zusammenfassend lässt sich darstellen, dass der ersatzlose Wegfall der damaligen Anerkennungsjahrpraktikantinnen nie kompensiert wurde.“

Trotzdem hat die Stadt versucht, die Lücke zu schließen, und zwar mit Honorarkräften. Bedenken gegen diesen über Jahre praktizierten Einsatz hat aber die Deutsche Rentenversicherung. Hierzu heißt es in der Vorlage: „Die bisherigen Honorarverträge unterliegen weiter der Prüfung, inwieweit eine Honorartätigkeit oder ein Arbeitsverhältnis vorlag.“

Auf der anderen Seite unterstreicht die Stadt, dass die Arbeit in den offenen Einrichtungen für Kinder auch mit Blick auf Flüchtlingskinder wichtig ist – und sogar Kosten spart. Rund 55 Prozent der Schulkinder, so Angaben der Stadt, sind nachmittags „ohne Anbindung“. Sollte zudem etwa die individuelle Förderung wegfallen, müssten Familien Hilfen zur Erziehung angeboten werden. Das könnte laut Stadt bis zu 360 000 Euro pro Jahr kosten.

Verträge enden im Juli

Vor diesem Hintergrund scheinen jene 150 000 Euro, die die 2,5 zusätzlichen Planstellen kosten, vergleichsweise niedrig. Verteilt werden sollen sie zu jeweils 0,5 Planstellen auf jede der fünf städtischen offenen Einrichtungen für Kinder. Eingesetzt werden sollen sozialpädagogische Fachkräfte.

Die bisher unter den von der Rentenversicherung beanstandeten Bedingungen eingesetzten Ergänzungskräfte sollen bis zum 31. Juli 2017 weiterbeschäftigt werden. Zurzeit sind ihre Verträge bis 31. Juli diesen Jahres befristet.

 
 

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