Die rühren da was an

Karen Kliem
Slowfood in Moers: Eine Ortsgruppe gründet sich gerade. Mit dabei sind (vorne) Elfriede Motz und Angelika Küpperbusch. Foto: Markus Joosten
Slowfood in Moers: Eine Ortsgruppe gründet sich gerade. Mit dabei sind (vorne) Elfriede Motz und Angelika Küpperbusch. Foto: Markus Joosten
Foto: WAZ FotoPool
Elfriede Motz und Angelika Küpperbusch suchen Gleichgesinnte für eine Slow-Food-Gruppe.

Moers.  Halbe Apotheken im Schwein, ganze Chemielabore im Gemüse, Gentechnik, Hühnerfleisch, das nach Fischmehl schmeckt – das kann einem schon mal auf den Magen schlagen. Schluss damit. Unser Ding ist gutes Essen. Das stellten Elfriede Motz aus Neukirchen-Vluyn und Angelika Küpperbusch aus Moers bei einem Urlaub im Sauerland fest, als sie zufällig nebeneinander her schwammen und ins Plaudern kamen. Jetzt wollen sie eine Ortsgruppe von Slow Food gründen, einem Verein, der sich der Lebensart und dem Genuss verschrieben hat und Projekte unterstützt, die zum guten Essen beitragen. Dafür suchen sie noch Gleichgesinnte, für die leckeres Essen nicht aus der Dose kommt, eine Mikrowelle nicht den Herd ersetzt, und die Fisch am liebsten im Ganzen kaufen, weil sie dann sehen können, ob er frisch ist. Wobei Slow Food keine Berührungsangst mit Fast Food hat.

Die Schnecke als Logo

„Ich war mal bei einer Currywurst-Blindverkostung“, erinnert sich Elfriede Motz an die Zeit der Duisburger Slow Food-Gruppe, die inzwischen nicht mehr existiert. Der Knaller am Schluss: „Unser Testsieger war nicht die Selbstgemachte, sondern die aus dem Supermarkt mit Fertigsauce.“ Uuups.

Der Niederrhein ist in der großen Gemeinde der Slow Food Anhänger noch ein weitgehend „weißer Fleck“ auf der Landkarte, wie die beiden Genießerinnen bei der Lektüre des zweimonatlich erscheinenden Magazins des Vereins lernen konnten. Das muss anders werden, dachten sie sich und lassen es schon mal gleich angehen. Slow Food hat eine Schnecke als Logo: Was liegt da näher, als bei dem ersten Termin noch vor der offiziellen Gründung die Grafschafter Schneckenzucht zu besuchen, sich den Betrieb anzuschauen und anschließend die Tierchen zu verkosten? Das Datum steht schon fest: 18. September, 18 Uhr.

Pläne und Ideen haben Angelika Küpperbusch und Elfriede Motz reichlich. Einmal im Monat soll es ein Treffen geben. Gemeinsam kochen, essen und Rezepte und Einkaufstipps (wo gibt es gutes Fleisch, wo Tomaten, die nach Tomaten schmecken) austauschen ist das eine. Aber sie können sich auch vorstellen, mit Anleitung mal gemeinsam „in die Pilze“ zu gehen, zur grünen Woche nach Berlin zu reisen oder eine niederrheinische Bio-Käserei besuchen. Nur mal so als kleiner Anfang. Da wird noch eine Menge an Ideen raussprudeln, aus den beiden Köpfen. Denn dass sie sich für gutes und genussvolles Essen begeistern, ist aus jedem Satz zu hören. „Und wenn man gerne isst, kommt man einfach dazu, auch gute Produkte zu nehmen“, glaubt Elfriede Motz. Dann kostet das Kilo Gehackte eben etwas mehr als 1,98 Euro. Aber da ist dann hoffentlich auch keine halbe Apotheke drin.

Wer sich anschließen möchte: E-Mail an: Motz@t-online.de, angelika.kuepperbusch@web.de oder anmelden zum „Schnecken-Termin“: 02841/92612