Die gute Seele des Treff 55

Neukirchen-Vluyn..  Sie kennt sie lange, sie kennt sie gut. Gefühlt kennt Petra Kese von der Diakonie fast jede Familie in Neukirchen-Vluyn. Manche davon über mehrere Generationen hinweg. Vor einigen Monaten habe die Ur-Enkelin einer früheren Klientin bei den Ferienspielen mitgemacht. „Das dürfte die fünfte Generation gewesen sein“, überlegt sie. Die soziale Arbeit im Treff 55 der Grafschafter Diakonie gGbmH – Diakonisches Werk Kirchenkreis Moers hat Kreise gezogen. 25 Jahre sind es in diesem Jahr. Für ihr „Urgestein“ organisierte die Neukirchen-Vluyner Dienststelle der Diakonie deshalb eine Feier.

Damals begann die heute 52-Jährige mit einer ABM-Stelle in der Hausaufgabenbetreuung in der Einrichtung, die gerade in der Trägerschaft der Diakonie übergegangen war. „Seinerzeit gab es so gut wie keine Stellen für Pädagogen oder Erzieher“, erinnert sich Petra Kese. „Das sieht heute ganz anders aus.“ Noch mehr hat sich in dem Vierteljahrhundert geändert. Bei ihrem Dienstbeginn hatte die staatlich geprüfte Erzieherin drei Kollegen, heute sind es mehr als 20.

Auch die Zahl der Aufgaben der Jubilarin sind mit den Jahren gewachsen. Projekte aus der Kinder- und Jugendhilfe kamen dazu, wie die Ferienfahrten und Ferienspiele für die Jungen und Mädchen, denen sonst die Möglichkeit dazu fehlt. Oder sie übernahm die Koordination der Offenen Ganztagsbetreuung, die die Grafschafter Diakonie 70 Kindern an der Pestalozzischule anbietet.

Seit dem Jahr 1999 ist die Fachkraft zudem in der allgemeinen sozialen Beratung tätig. Einem Angebot der Diakonie, bei dem Ratsuchende jeden Alters Unterstützung bekommen.

Seitdem ist der Wocheneinkauf im Supermarkt für Petra Kese eine langwierige Sache geworden. Nach dem Motto: „Ich habe da mal eine Frage“, wird die Pädagogin fast immer erkannt und angesprochen. „Ich mache meinen Beruf gerne, mag es mit Menschen im Gespräch zu sein. Deshalb empfinde ich das nicht als Last“, sagt sie.

 
 

EURE FAVORITEN