Diakonie will wieder in Meerbeck bauen

Carsten van der Werth.
Carsten van der Werth.
Foto: WAZ FotoPool
Nachdem die Pläne erst mal auf Eis gelegt werden mussten, sieht die Grafschafter Diakonie jetzt die Möglichkeit, ein Alt-und-Jung-Haus zu errichten.

Moers..  Eigentlich war das Diakonie-Projekt in Meerbeck, bei dem für Jung und Alt gebaut werden sollte, schon vom Tisch. Doch jetzt ist die Planung wieder anlaufen. Tagespflege, eine Kita und stationäre Altenpflege sollte das Haus ursprünglich beherbergen. Doch die Refinanzierung war ungünstig, auch hohe bauliche Auflagen machten den Planern einen Strich durch die Rechnung. Nachdem das Land nun finanzielle Regelungen zum Positiven verändert hat, gibt man sich bei der Diakonie wieder hoffnungsfroh. „Wir sind entschlossen, das Projekt in trockene Tücher zu bekommen“, schildert Carsten van der Werth, einer der beiden Geschäftsführer der Grafschafter Diakonie.

Das Grundstück im Bereich Galgenbergsheide/Blücherstraße gehört der evangelischen Gemeinde. Diese betreibt an der Galgenbergsheide einen dreigruppigen Kindergarten, den Johannes-Kindergarten. Doch dieses Kita-Gebäude ist in die Jahre gekommen und erneuerungsbedürftig.

Grundsätzlich wolle die Diakonie in Zukunft mehr stadtteilbezogen planen, so van der Werth. „Beispielsweise ist der Bedarf an Altenheimplätzen in Meerbeck groß“, weiß er. Da liege es nahe, ein neues Haus für Jung und Alt zu bauen. „Die alte Planung haben wir abgespeckt. Denn zuvor mussten wir drei verschiedene Bauvorschriften erfüllen.“ Jetzt soll im Erdgeschoss der Johannes-Kindergarten unterkommen, darüber entstehen 40 Plätze für stationäre Altenpflege.

4500 Quadratmeter groß in das Gelände. Die Diakonie will es aber nicht allein bebauen. „Für einen Investor soll ein Stück abgeteilt werden. Dort könnten möglicherweise seniorengerechte Wohnungen entstehen.“ Was eine gute Ergänzung zum Diakonie-Bau wäre.

Neue Chancen ergaben sich für den Bau auch, weil durch das neue Pflege-Gesetz NRW wegfallende Altenheimplätze besser steuerlich abgeschrieben werden können. Außerdem können Träger bei der Refinanzierung von Neubauten statt bisher 83 000 Euro pro Platz jetzt 100 000 Euro ansetzen.

Derzeit baut man überall im Land Heimplätze ab. Denn durch das neue Gesetz müssen bis 2018 in sämtlichen Seniorenheimen zu 80 Prozent Einzelzimmer angeboten werden. „Allein bei uns sind es 19 Plätze, die dadurch wegfallen. In Bethanien sind im Zuge des Neubaus auch Plätze entfallen. Weshalb auch der Bedarf an Altenheimplätzen insgesamt gestiegen ist.“

Die Gespräche mit der Gemeinde und dem Kreissozialamt seien im Zuge der Weiterplanung wieder angelaufen. Was die Zeitschiene des Projektes angehe, müsse man sich noch mit dem Kreis abstimmen. Der vorgeschriebene Heimplatz-Abbau und der Neubau sollen synchron vonstatten gehen. „Bei uns muss die Sache zuvor noch durch alle Gremien. Aber wir sind da recht zuversichtlich...“, meint Carsten van der Werth.

 
 

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