Der Vluyner Mauerfall

Die Mauer der Springen-Villa gehört zum Baudenkmal
Die Mauer der Springen-Villa gehört zum Baudenkmal
Foto: lk

Neukirchen-Vluyn..  „Wir gehen mit dem Thema an die Öffentlichkeit, weil die Sache langsam peinlich wird“, schildert Axel Loobes von der Altenheimat am Klotzfeld. Zum Gebäudekomplex des Seniorenheims gehört auch die schöne alte Springen-Villa an der Niederrheinallee, mitten im Ort. Doch seit im August letzten Jahres ein Unfallfahrer die Mauer vor der Villa nächtens komplett ruinierte, ist es aus mit der feinen Optik des stolzen Baudenkmals.

„Das ist nicht gut für uns und unser Image“, kommentiert Loobes. Mancher Bürger frage schon, ob die Grafschafter Diakonie kein Geld für Reparaturen habe.

„Als der Unfall sich ereignete, war die Polizei draußen und hat alles protokolliert“, schildert der Heimleiter. Erst im November sei ein Gutachter vor Ort gewesen, und erst im Januar habe sein Gutachten die Versicherung erreicht. „Darin steht, die Mauer sei alt und habe nur noch einen Restwert, warum wir sie, sozusagen, nicht einfach abreißen wollten.“

Dass das nicht ganz so einfach geht, wusste Axel Lobes jedoch: „Wir haben uns mit der Denkmalbehörde in Verbindung gesetzt. Die Antwort lautete, die umzäunende Mauer gehöre klar zum Baudenkmal und müsse genau so wiederhergestellt werden.“

Der Klageweg

Nun müsse man wohl oder übel den Klageweg beschreiten. „Unser Anwalt hat uns, obwohl es Fotos genug von dem Schaden gibt, geraten, die Mauer besser nicht abzureißen oder zu verändern. Denn es bestehe die Möglichkeit, dass ein weiterer Gutachter eingeschaltet werden müsse.“

Das Denkmal wurde übrigens 1888 gebaut. Sowohl Johannes Springen als auch sein Bruder Wilhelm – beide angesehene Textilfabrikanten in Vluyn – bauten sich fast identische Villen im Gründerzeitstil an der Niederrheinallee gleich nebeneinander. Leider fiel die eine Villa später dem Bau des heutigen Feuerwehrgerätehauses zum Opfer. Die noch bestehende Villa wurde nach dem Wegzug von Johannes und Wilhelmine Springen von Bergwerksdirektor Walter Etzold gekauft. Heute gehört sie zum Altenheim-Komplex der Grafschafter Diakonie.

 
 

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