Der Traum vom Kamp-Lintforter Badestrand

Foto: Ulla Michels
Unrealistisch ist er nicht, aber ob daraus etwas wird, hängt nicht zuletzt davon ab, wer Unterhaltung und Entsorgung zahlt

Kamp-Lintfort..  Eigentlich eine tolle Vorstellung für das Rossenrayer Feld: Ein Badesee, Sandstrand, viel Grün, Verweilplätze – und alles wird auf Kosten des Auskiesungsuntermehmens Hülskens gebaut. Das ist nicht mal unrealistisch. Doch am Ende könnte es passieren, dass die Stadt einen Zaun rund um die schöne „Kamp-Lintforter Südsee“ errichten müsste.

Dass sich der Stadtentwicklungsausschuss des Rates am Dienstag mit dem Thema beschäftigte, hat eine längere Vorgeschichte. Die Rekultivierung im Rossenrayer Feld wird seit dem Jahr 2000 diskutiert. In den vergangenen Jahren versuchte die Stadt mit den beiden Auskiesungs-Firmen zu einer Einigung über die Rekultivierung der riesigen Flächen zu kommen, doch die scheiterte Anfang 2014 am Unternehmen Heidelberger Cement.

Dem Konkurrenten Hülskens, so Planungsamtsleiterin Monika Fraling, scheint dagegen sein Ruf durchaus nicht egal zu sein. Er griff den städtischen Leistungskatalog für ein Erholungs- und Freizeitzentrum im Kiesgebiet auf und beantragte bei der Bezirksregierung Arnsberg eine entsprechende Änderung des Rahmenbetriebsplanes, vor deren Genehmigung auch die Stadt Kamp-Lintfort gehört werden muss. In der jüngsten Sitzung bewerteten Verwaltung und Politik die Planungen, deren erster Teil schon 2017 umgesetzt sein könnte, durchweg erfreut. Vorgesehen sind danach ein Wanderweg, ein 30 Meter breiter Sandstrand und Liegewiesen, Stege sowie Grill-, Boule- und Verweilplätze.

Bezahlt werden soll, und auch damit ist das Unternehmen einverstanden, alles von Hülskens. Dennoch hat der vermeintliche Traum einen Haken: Ungeklärt ist, wer die Anlage unterhält und wer für die Verkehrssicherungspflicht und die Müllentsorgung zuständig ist. Die Stadt möchte, dass sich Hülskens mindestens bis zum Ende der Auskiesung im Jahr 2034 dazu verpflichtet. „Es muss dafür eine wirtschaftlich tragfähige Lösung geben“, forderte Kämmerer Martin Notthoff. „Eine unwirtschaftlich betriebene Anlage, die den Stadt-Haushalt belastet, können wir unseren Nachkommen nicht zumuten.“ Im schlimmsten Fall müsse man Starnd und See einen Sperrzaun ziehen.

Bürgermeister Christoph Landscheidt stellte klar, dass sich die Stadt mit der aktuellen Stellungnahme zum Rahmenbetriebsplan zu nichts verpflichte: „Wir halten uns eine Option offen, mehr nicht.“

 
 

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