Der schönste Platz ist immer noch auf dem Titelblatt

Neukirchen-Vluyn.  Die SPD ist sauer. Und das liegt nicht an den Folgen des Getränkekonsums an Altweiber. Stein des Anstoßes ist vielmehr die März-Ausgabe von NV Aktuell. Neben Chien Meyer und dem Grafschafter Konzertchor kommt insbesondere auch die CDU auf der Titelseite groß raus. Die Partei hat den ungemein attraktiven Werbeplatz gekauft und verkündet dort ziemlich prominent ihre Botschaft zur Kommunalwahl. Im hinteren Teil des Flyers findet sich eine weitere Anzeige der Christdemokraten. Der Fraktionsvize der SPD, Jochen Gottke, hat nun seinem Unmut darüber in einem offenen Brief an den Vorsitzenden des Werberings, Gernot Fietze, Luft gemacht. Der Werbering ist Herausgeber des besagten Flyers.

„Entsetzt und in der Wirkung vollkommen unakzeptabel, haben wir die CDU-Wahlwerbung zur Kenntnis nehmen müssen“, schreibt Gottke. Zudem fordert er den Werbering auf, die Ausgaben zurückzuziehen – soweit das überhaupt noch möglich ist. Der Abdruck der Anzeige habe schon jetzt „erheblichen Schaden“ angerichtet, bemängelt der Fraktionsvize und beruft sich in seiner Verärgerung über den Vorgang auch auf Absprachen, nach denen es an dieser Stelle keine Wahlwerbung geben solle. Das habe es in der 40-jährigen Geschichte des Vereins nicht gegeben.

Werberingschef Gernot Fietze kann die Aufregung dagegen nicht verstehen. Das Heft finanziere sich ausschließlich über Werbeanzeigen, und die CDU habe die Anzeige eingekauft. Überdies habe Marie-Luise Fasse im Mai 2010 ebenfalls eine Anzeige geschaltet. Seinerzeit habe es auch eine Anfrage der SPD gegeben, die jedoch nicht in einem Auftrag gemündet sei. Man habe mit der Redaktion besprochen, ob derartige Werbung denkbar sei und keine Bedenken gesehen.

Fietze: „Wir brauchen die Einnahmen.“ Auch der Sprecher der CDU, Thomas Stralka, weiß nichts von einer Absprache. „Ich habe vorher nachgefragt“, sagt Stralka. Zudem habe es einen Vorstandsbeschluss gegeben, da die Anzeigen nicht preiswert seien. Gottke sieht auch die Stadt in der Pflicht, da es neben NV Aktuell „kein offizielles Rathaus-Organ“ gebe. Eine solche Verantwortung wiederum weist Wirtschaftsförderer Hans-Willi Pergens von sich. Die Stadt gebe den Zuschuss und erhalte einen Gegenwert. Gottke: „Das ist ein Hammer.“

 
 

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