Der Moerser Literaturpreis ist „verspielt“

Moers..  Zum 18. Mal wurde am gestrigen Sonntag der Moerser Literaturpreis der Moerser Gesellschaft zur Förderung des literarischen Lebens und der Volksbank Niederrhein eG verliehen. Unter dem diesjährigen Thema „verspielt“ wurden wieder zahlreiche Texte eingereicht. „Der Literaturpreis ist nicht nur in Moers, sondern auch über die Stadtgrenzen und den Niederrhein hinaus bekannt. Dies zeigt die besondere, gesellschaftliche Bedeutung des Preises vor Ort“, sagte Guido Lohmann, Vorstandsvorsitzender der Volksbank Niederrhein eG in seiner Ansprache.

„Mit dem Preis wollen wir junge Menschen ermutigen, sich auszudrücken. Sie brauchen eine Form, auf sich aufmerksam machen zu können“, ergänzte die Moderatorin Andrea Reichert, die den Literaturpreis selbst einmal gewonnen hat. Schirmherr des Preises ist in diesem Jahr Dr. Jürgen Schmude. In seiner Festrede hob er die Besonderheit und Wichtigkeit der Literatur und Kultur hervor: „Kein Land der Welt hat so viele Neuerscheinungen und Buchhandlungen wie Deutschland.“ Zusätzlich lobte er die Leistung der drei Preisträger, die in ihren Erzählungen aktuelle Themen aufgegriffen haben.

So erhielt die selbstständige Redakteurin und PR-Beraterin Anne Stolle den von der Rheinischen Post gesponserten dritten Preis. In ihrer Erzählung mit dem Titel „Von unten betrachtet“ stellt sie lebhaft den Konflikt einer Mutter zwischen Beruf und Familie dar. Besonders das Schreien des Kindes kostet der Mutter in ihrer Erzählung Nerven. Aber auch die Zukunftsgedanken und Sorgen werden realistisch erläutert.

Der zweite Preisträger Thorsten Schmidt konnte krankheitsbedingt nicht zur Verleihung des durch die Moerser Gesellschaft zur Förderung des literarischen Lebens gesponserten Preises erscheinen. Daher las Andrea Reichert stellvertretend den Text „Kopfüber, Hanna“ des Ingenieurwissenschaftlers vor. Dabei wird der Wert einer Freundschaft zwischen zwei Kindern geschildert. Der Text zeigt, dass gesellschaftliche Schichten und Armut kein Hindernis für Freundschaft sind.

Am Ende überreichte Guido Lohmann den von der Volksbank gesponserten ersten Preis an Claudia Schmitz. Die 44-jährige freie Autorin, Lektorin und Fotokünstlerin aus Krefeld freute sich sehr: „Dieser Preis ist mir eine große Ehre.“

In ihrer bewegenden Erzählung „Schneewehen“ geht es um das Leben einer Familie, das sich nach einem Autounfall mit Todesfolge völlig verändert hat. Während die Mutter gestorben ist, muss der Vater versuchen, mit seiner Tochter, die ebenfalls schwere Folgen von dem Unfall mitgenommen hat, weiterzuleben.

Musikalisch wurde die Verleihung vom Mercator-Ensemble Duisburg begleitet. Im Anschluss gab es die Möglichkeit, über die Preistexte und Literatur ins Gespräch zu kommen.

 
 

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