Der Markt ist ein teures Pflaster

Foto: Siegfried Wensierski
Die so genannte „Begegnungsfläche“ am Repelener Markt, ausgewiesen als„hochwertige Plattenfläche“, ist im Eimer. Ausweichen auf die Parkplätze?

Moers..  Schön sollte er werden, der Repelener Markt, als man sich vor Jahren an dessen Umgestaltung machte. Und so wurde denn eine „Begegnungsfläche“ gebaut, belegt mit „hochwertigen Platten“. Die kommen die Stadt nun teuer zu stehen, denn die Platten sind unter anderem durch die 17 Tonnen schwere Kehrmaschine, die die Fläche an den Markttagen reinigt, kaputt gefahren. Die Reparatur kostet rund 150 000 Euro, und da das für den Moerser Pleitehaushalt nicht tragbar ist, schlägt die Stadt vor, an Markttagen einfach die Stände auf die Parkplätze zu stellen – für den CDU-Ratsherren Rolf Unterwagner ist weder das eine noch das andere eine tragbare Lösung.

Eine „spinnerte Idee“ sei diese Begegnungsfläche von Anfang an gewesen, so Unterwagner. An den Markttagen begegneten sich die Menschen seit Hunderten von Jahren, und das auch ohne „hochwertige Plattenflächen“. Unterwagner weiter: „Was noch unpraktikabler ist: Die angeblich kostbare Oberfläche ist glatt und rutschig, die Platten verschieben sich. Und die ganzen Jahre hat man eine 17-Tonnen-Kehrmaschine drüber gejagt.“ Der Ratsherr spricht von „selbstzerstörerischer Reinigung“.

Anlieger und Kundenwurden befragt

Der CDU-Ortsverband Rheinkamp habe die Einzelhändler am Markt, die Marktbeschicker und vor allem die Kunden befragt. Das Ergebnis: „Die allermeisten sagten, die Parkplätze müssen erhalten bleiben.“ Dies müsste auch den Anwohnern der Straßen rund um den Marktplatz entgegen kommen, die im Falle entfallender Parkplätze am Parkplatzsuchverkehr und zugeparkten Straßen keine Freude haben dürften.

Eine Patentlösung vermag die CDU zur Zeit nicht anzubieten, aber Rolf Unterwagner stellt klar: „Die Parkplätze wegfallen zu lassen, wäre die schlechteste.“ Man müsse vielmehr prüfen, ob man die Marktstände nicht anders anordnen oder notfalls den Markt verkleinern könne. Zudem legt er den Finger in eine weitere Wunde: Ein Sachverständiger bescheinigte bereits im Dezember 2013, dass „der Gesamtaufbau der Pflasterfläche zu überdenken und komplett neu zu planen“ sei.

„Das Gutachten stammt aus Dezember 2013 – und jetzt passiert schon was?“, fragt Unterwagner, Vorsitzender der CDU Rheinkamp, ironisch; seine Partei arbeite an Alternativen. Am 5. März tagt der Ausschuss für Stadtentwicklung, Planen und Umwelt.

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