Der älteste Bahnhof von Moers wird abgerissen

Von Moers ging es nach Hüls.
Von Moers ging es nach Hüls.
Foto: Archiv Stadt Moers
Die Gaststätte „Zur Platane“ an der Otto-Ottsen-Straße soll einem Neubau weichen. Vor 134 Jahren hatte das Gebäude noch eine ganz andere Funktion

Moers..  Danach gefragt, wo denn der Moerser Bahnhof liege, würde heute jeder antworten: Na an der Homberger Straße, wo sonst? Hätte man dieselbe Frage anno 1882 gestellt, so hätte die Antwort völlig korrekt gelautet: Na an der Bahnhofstraße, wo sonst? Heute heißt die Bahnhofstraße Otto-Ottsen-Straße, und erste Moerser Bahnhof ist in seiner „Verkleidung“ als Gaststätte als solcher nicht mehr zu erkennen. Der Technische Beigeordnete der Stadt, Thorsten Kamp, rief die Geschichte des Gebäudes in der letzten Sitzung des Planungsausschusses noch einmal ins Bewusstsein der Moerser zurück – bevor es in Bälde abgerissen wird.

Blick in die Geschichte: 1880 kam es zur Gründung der „Krefelder Eisenbahn-Gesellschaft“, danach begann der Bau der 14 Kilometer langen Strecke von Hüls nach Moers. Sie wurde am 15. Mai 1881 bis Niep, am 3. Juni 1882 bis Moers eröffnet. Im selben Jahr wurde der erste Moerser Bahnhof (Moers KE) an der Bahnhofstraße gebaut – im damaligen Volksmund „Katholischer Bahnhof“ genannt, weil von dort die Moerser Katholiken zum Fronleichnamszug nach Krefeld fuhren. 1886 wurde ein Übergabegleis nördlich des Bahnhofes Moers KE als Anschluss zur Bahnlinie Moers – Homberg in Betrieb genommen. Erst 18 Jahre später, 1904, wurde der Staatsbahnhof der Preußischen Staatseisenbahn (Rheinhausen - Moers - Xanten - Kleve), der heutige Bahnhof an der Homberger Straße, fertig gestellt.

Nun liegen für das heutige Gasthaus „Zur Platane“ eine positive Bauvoranfrage sowie eine Abrissgenehmigung vor; ein Mehrfamilienhaus soll dort entstehen, wo einst die Dampflokomotiven Halt machten. Der Altbau, so Thorsten Kamp, sei weder städtebaulich noch architektonisch erhaltenswert, die zwei Platanen aber bleiben stehen.

Der Beigeordnete bedauert, dass mit dem Bahnhof ein Stück Stadtgeschichte verschwinden wird: „Daher war es mir wichtig, das Gebäude noch einmal ins Bewusstsein zu bringen.“

 
 

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