„Das ist für mich echt der Hammer“

Guido Lohmann legte sich für die Charityaktion mächtig ins Zeug.
Guido Lohmann legte sich für die Charityaktion mächtig ins Zeug.
Foto: Christoph Karl Banski

Kamp-Lintfort/Am Niederrhein..  Eigentlich wollte der Mann auch viel laufen. Wie 2013, wo er am Ende aufgerundete 14000 Euro Sponsorengelder an die Vereine Klartext für Kinder und Lebenshilfe spenden konnte. Dann spielte der Meniskus nicht mit, trotzdem hat sich Guido Lohmann reingekniet. Jeden Tag, vier Wochen lang. Nicht als Volksbank-Chef, sondern als Privatmann, Nachbar, Moerser eben. Sein Plan: Die Region gemeinsam mit lokalen Prominenten in Bewegung bringen. Das ist mehr als gelungen. Gestern endete die Charity-Aktion „Bewegen hilft“. Und der 50-Jährige hat die letzte Einheit im Urlaub an der Ostsee absolviert. Nach dem Gespräch mit der NRZ.

Herr Lohmann, einen Monat lang stemmen, radeln, sogar reiten - platt?

Das nahezu tägliche Training, die doch recht umfassende Organisationsarbeit und die vielen 100 Mails und Nachrichten, die ich alle persönlich beantwortet habe, kosteten neben der normalen Arbeit echt Kraft. Deswegen die klare Antwort: ja, ich bin echt platt!

„Bewegen hilft“ ist die größte private Charity-Aktion, die die Region je gesehen hat. Verraten Sie ihr Geheimnis?

Ich glaube, dass man mir einfach meine Begeisterung für den Sport genauso abnimmt wie meine echte Freude, anderen Menschen zu helfen. Und dass ich persönlich dafür stehe, dass jeder gespendete Cent auch ankommt, war vielen wichtig. Viele Unterstützer fanden es zudem ganz toll, dass alle Spenden gezielt hier vor Ort ankommen. Und durch die Breite der Aktion war für jeden, völlig losgelöst von meinen Aktivitäten, was dabei und viel Platz für eigene Ideen.

Es haben etliche Vereine, kleine und große Unternehmen viel Aufwand betrieben, um sich einzubringen. Stolz?

Ich bin natürlich schon ein wenig stolz, dass so viele Menschen mitgemacht haben. Das hätte ich in dem Ausmaß nicht erwartet. Weit über 1000 Menschen haben sich aktiv beteiligt und sich für den guten Zweck bewegt. Das ist super klasse. Ebenso, dass mehr als 350 Menschen gespendet haben.

Welche Momente und Aktionen haben Sie besonders angefasst?

Jeder Trainingspartner, jede einzelne Aktion, waren bereichernd für mich. Mein besonderer Dank gilt natürlich Elmar Welling, der nicht nur diesen wunderbaren Genusslauf gemeinsam mit Ihrer Zeitung auf die Beine gestellt hat, sondern auch intensiv die Gesamtvorbereitung eingebunden war. Besonders bewegt hat mich daneben die Herzlichkeit meiner behinderten Freunde der Lebenshilfe, die ich beim Gang durch den Stadtpark vergangenen Freitag wieder einmal erleben durfte. Das ist auch für mich sehr emotional gewesen.

Das Internet und die Medien waren gut beschäftigt mit Bewegen hilft. Birgt eine solche Omnipräsenz die Gefahr von Überfütterung?

Klar war die Aktion präsent in der Öffentlichkeit und den Medien. Das hat sicher auch mit zu Ihrem großen Erfolg beigetragen. Aber „Bewegen Hilft“ war auch ein echt positives Gesprächsthema in unserer Region, das hat mich schon beeindruckt. Im Internet und auf Facebook hat sich eine viele hundert Personen starke Fangemeinde gebildet. Und wem das da zu viel geworden wäre, der hätte sich ja mit einem Klick abmelden können. Hat aber bis heute keiner gemacht.

Es war nicht Ihre erste Charity-Idee, die letzte aber auch nicht, oder?

Nein, Bewegen Hilft geht 2015 weiter.

Können Sie schon sagen, bei welchem Endergebnis Sie und Ihre vielen Mitstreiter zugunsten der sechs Vereine landen werden?

Wir werden jetzt in Ruhe alle Informationen bündeln, BM Mennicken wird ja am Sonntag noch eine Veranstaltung nachlegen, die terminlich nicht ganz in die Challenge-Zeit gepasst hat. Die Gesamtsumme aller Spenden werden wir am 24. Oktober veröffentlichen. Ich glaube aber, dass die sechs Vereine sich auf mindestens 30 000 Euro freuen dürfen. Und das ist für mich echt ein Hammer.

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