Coole Mucke am Krankenhaus in Kamp-Lintfort

Foto: Christoph Karl Banski
Krankenschwestern, Pfleger und Ärzte sind eins: die Klinikband „White Room“. Vor gut einem halben Jahr hat sie sich am Krankenhaus St. Bernhard gegründet.

Kamp-Lintfort..  Wenn die Krankenschwestern mit dem Pfleger am Mikro rappen, der Oberarzt die Gitarre, der Orthopäde das Keyboard und der Chirurg den Bass spielen und der Chefanästhesist den Drummer gibt, kann es sich nur um die Klinikband „White Room“ handeln. Vor gut einem halben Jahr hat sie sich am Krankenhaus St. Bernhard gegründet.

Mit Band-Vergangenheit

An der alten Tür zum Proberaum steht das Schild „Installateur“, was irgendwie auch stimmt. Im Keller unter dem Bettenhaus St. Bernhard proben sie nämlich fleißig, wenn auch in unregelmäßigen Abständen. Vor allem aber aus Spaß an der Freude. „Die Idee kam uns beim letzten Bernhard-Fest“, erzählt Gero Frings, Schlagzeuger und Chef der Anästhesie. Denn der Gedanke lag nahe, weil vor allem die Musiker alle eine Band-Vergangenheit haben. Die meisten von ihnen spielten schon in der Schul- oder Studentenband.

Songs und Hits aus den letzten Jahrzehnten lieben sie alle, entsprechend ist die Auswahl der Titel. „Die stimmen wir ganz demokratisch ab.“

Während Bass und Keyboard gerade einsetzen, haben Bärbel Kannenberg, Sonja Jensen und Andrea Bockstegers mit Lukas Kawaters ihren Einsatz für Gesang und Background. „One“ von U2 soll geprobt werden. Ganz schön laut in dem kleinen Raum, aber allen merkt man den Spaß an der Musik an. Und der Sound ist echt okay.

Inzwischen sind sie auch schon aufgetreten. „Die Klinikband aus Duisburg Nord ,Dritte Hälfte’ hat uns eingeladen, bei einem Benefizkonzert mitzumachen“, berichtet Calos Plachetta, Gitarrist und Anästhesist.

Lässig am Keyboard

Es liege bereits wieder eine Einladung vor, für Mai, ebenfalls in Duisburg. „Der Verein für amerikanische Autos will ein Benefizkonzert geben, aber wir wissen noch nicht, ob wir die Einladung annehmen sollen“, erzählt Plachetta weiter. „Ob wir uns das leisten können“, ist Manuel Dornemann, Bassist und Orthopäde, noch etwas skeptisch. Da ist Gero Frings wohl schon einen Schritt weiter: „Wir haben da schon ein neues Projekt mit der Dritten Hälfte angedacht. Wir schaffen das schon“, sagt er ganz zuversichtlich.

Aber eigentlich sei die Freude, gemeinsam Musik zu machen, das Hauptmotiv der Band.

Die Probentermine zustande zu bringen, sei nicht immer einfach, erzählt Plachetta. Schließlich haben sie alle ganz unterschiedliche Arbeitszeiten im Krankenhaus. Bis auf Sonja Jensen. Aber die hat als Altenpflegerin in St. Hedwig ja auch verschiedene Dienstzeiten.

Daher treffe man sich manchmal zweimal im Monat, dann wieder erst nach Wochen.

Während Alexander Lesch (Chirurg) ganz lässig am Keyboard die Melodie vorgibt, lässt Manuel Dornemann die Bässe cool dröhnen, A-moll, D, F und G, dazu Gitarre und Frings am Schlagzeug – echt gute Mucke, nur die Sängerinnen klingen noch ein wenig zaghaft: „It’s geting better....“, setzen sie ein. Daran zweifelt wohl niemand.

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