Chance auf Arbeit für behinderte Menschen

Moers..  „Bewerbungen zu schreiben, war für mich immer die größte Herausforderung“, sagt Andreas Müller (Name von der Redaktion geändert), der an dem Projekt „Win Win - Weseler Inklusions-Initiative“ teilnimmt. Er ist gelernter Industriekaufmann und seit über zwei Jahren arbeitslos, doch er möchte gerne wieder arbeiten. Deshalb nimmt er an dem Pilotprojekt der Agentur für Arbeit Wesel, des Jobcenters Kreis Wesel, der Grafschafter Diakonie und der Akademie Klausenhof teil. Gestern zogen die Beteiligten auf einer Pressekonferenz eine Zwischenbilanz.

170 Langzeitarbeitlose mit Behinderung sind im Moment bei „Win Win“. Der jüngste Teilnehmer ist 22 Jahre und der älteste über 60 Jahre alt. Eines haben die Teilnehmer gemeinsam: Sie haben sowohl körperliche Behinderungen als auch langwierige Krankheiten oder auch psychische Probleme, die dafür verantwortlich sind, dass sie teilweise seit 15 Jahren ohne Arbeit sind. „Einige von unseren Teilnehmern sind zu 50 Prozent erwerbsgemindert und andere zu 30 Prozent, allerdings mit der Gefährdung, auf 50 Prozent hochgestuft zu werden“, schildert Dr. Michael Sommer, Pressesprecher der Akademie Klausenhof, die Situation der Langzeitarbeitlosen.

Sie haben nicht nur keine Arbeit und kein einträgliches Einkommen, sondern einige von ihnen haben durch die lange Arbeitslosigkeit „ein unzureichendes Durchhaltevermögen“ und eine „mangelnde Motivation“, was ein „Vermittlungshemmnis“ darstellt, wie es im Newsletter von „Win Win“ heißt. Im Kreis Wesel gibt es für zirka 1600 Menschen Bedarf an intensiverer Betreuung. Um diese Arbeitssuchenden wieder in den Arbeitsmarkt zu integrieren, starteten die Initiatoren im September 2015 mit der Planung des Projekts Win Win und beantragten Geld aus dem dafür bereitgestellten Ausgleichsfonds vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales. Geburg Dicks, Bereichsleiter Markt und Integration vom Jobcenter Kreis Wesel, leitet das Projekt.

Die Finanzierung steht für die nächsten drei Jahre, so dass die Teilnehmer ohne Zeitvorgabe an verschieden Modulen teilnehmen können. Neben einem Bewerbungstraining steht auch ein Mobilitätstraining für die Teilnehmer auf dem Programm. Zeitgleich kümmern sich ihre Mentoren für sie um Stellen in Betrieben. Die Teams aus den vier Kompetenzzentren in Dinslaken, Kamp-Linfort, Moers und Wesel in dieser kurzen Zeit geschaftt, vier Teilnehmer in versicherungspflichtige Beschäftigungen zu bringen und hoffen auf weitere Erfolge.

 
 

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