Caritasverband lädt zu einem Info-Abend über die Rente

Kamp-Lintfort..  Altersarmut – das ist vielleicht nicht für jeden derzeit ein relevantes Thema, doch kann jeden in der Zukunft betreffen. Der Caritasverband Moers-Xanten, die Kirchengemeinde St. Josef und der VdK, sowie Landtagsmitglied René Schneider veranstalten diesbezüglich am kommenden Dienstag eine Diskussionsrunde, bei der interessierte Bürger von Experten informiert werden und eine Chance zum mitreden erhalten.

„Nach Meinung vieler Experten wird die Altersarmut bis 2020 drastisch zunehmen,“ erklärt Horst Vöge, stellvertretender Landesvorsitzender des VdK. Altersarmut bedeutet, weniger Rente als der europäische Durchschnitt zu erhalten, also weniger als 371 Euro im Monat. Dirk Ulrich, Sozialberater der Caritas erklärt: „Es war uns als Verband wichtig, dieses Thema aufzugreifen.“

Gründe für die Altersarmut sind laut Vöge vor allem die heutigen Beschäftigungs- und Lebensverhältnisse. Durch Scheidung, Langzeitarbeitslosigkeit, Kindererziehungszeiten oder Teil- und Minijobs wird wenig in die Rentenkassen eingezahlt und im Alter sind die Menschen dann auf eine Grundsicherung durch das Sozialamt angewiesen. 2013 lag die Altersarmut im Kreis Wesel bei 17,5 Prozent, das Rentenniveau, das zurzeit bei 52 Prozent vom letzten Nettogehalt liegt, soll bis 2030 auf 42,7 Prozent sinken. „Davon kann doch dann keiner Leben,“ beklagt Ulrich.

Zahlen des statistischen Landesamtes NRW, die die Entwicklung der Arbeitsverhältnisse im Kreis Wesel von 2003 und 2013 abbilden, zeigen, dass 2003 96 627 Bürger im Kreis Wesel eine Vollzeitstelle hatten, während es zehn Jahre später nur noch 90 300 waren. Die Zahl der Teilzeitangestellten ist währenddessen von 17 627 auf 32 765 gestiegen, die von Minijobs von 40 588 auf 44 340.

Arbeitnehmer zahlen mit dem, was sie durch eine Teilzeit- oder Minijobstelle verdienen, kaum etwas in ihre Rentenkasse ein. „Wir als Verband unterstützen die private Rente und wollen längere Wiedereingliederungsprogramme für die jeweiligen Zielgruppen, wie Langzeitarbeitslose, Schwerbeschädigte oder Leute über 55 erreichen“, erklärt Vöge.

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