Caritas und Kirche werben um Wohnungslotsen

Kamp-Linfort.  Bezahlbare Wohnungen zu finden, ist in dieser Zeit keine einfache Sache. Es gibt viele Interessenten für eine Wohnung und es gilt Formalien einzuhalten. Für Flüchtlinge stellt das eine Herausforderung dar, weil sie die Gepflogenheiten oftmals nicht gut kennen und teilweise noch nicht gut Deutsch sprechen.

Deshalb suchen die Caritas und die Flüchtlingshilfe Welcome der katholischen Kirchengemeinde St. Josef weitere ehrenamtliche Wohnungs-Lotsen, also Menschen, die den Flüchtlingen helfen, eine Wohnung zu finden und die entsprechenden Anträge zu stellen.

Am Dienstag hatten sie zu einem Informationsabend eingeladen, um das Projekt vorzustellen und über die Aufgaben aufzuklären. „Ich möchte dieses Projekt gerne auch für Obdachlose zugänglich machen, da auch sie Hilfe brauchen, um wieder einen festen Wohnsitz zu haben“, sagt Dirk Ulrich von der Caritas.

Magdalena Hesters und das Ehepaar Krins haben Interesse, Flüchtlingen und auch Obdachlosen bei der Wohnungssuche zu helfen. Sie würden in einem Monat an einer Schulung teilnehmen.

Für Flüchtlinge gibt es viele Hürden, wie Ulrich berichtet: Die Sprachbarrieren und die Bürokratie seien die größten. Die Flüchtlingen dürften — wie Arbeitslosengeld- II-Bezieher — nur angemessene Unterkunftskosten verursachen.

In Kamp-Linfort bedeutet das, die Miete darf für zwei Personen nicht höher als 416 Euro liegen. Wollen die Flüchtlinge in einen anderen Ort ziehen, wird es noch komplizierter, weil dann zwei Jobcenter beteiligt sind.

Zuletzt muss der Kontakt zum Vermieter aufgebaut und manchmal Überzeugungsarbeit geleistet werden. Sollte es zum Abschluss eines Mietvertrages kommen, dann gilt es, Renovierungsgeld für die Wohnung und für Möbel zu beantragen. „Es ist auch denkbar, dass es eine Arbeitsteilung gibt“, sagt Dirk Ulrich.

 
 

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